kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 08.08.2015
Gerade wenn man der maorischen Sprache nicht mächtig ist, sollte man “Dead Lands” wohl erst recht im O-Ton schauen – einfach um den Impact abzumildern, den die Dialoge auf die eigentlich sehr kraftvollen Bilder ausüben. Es wäre vermutlich übertrieben, direkt von Geschwätzigkeit zu sprechen, einen ziemlich redseligen Eindruck machen die Darsteller aber schon, insbesondere da sie überwiegend platte Drohungen herauskehren, die sie mit gewöhnungsbedürftigen, letztlich aber wohl historisch belegbaren Gebärden (weit aufgerissene Augen, herausgestreckte Zungen, zitternde Gliedmaßen) noch untermauern. Artverwandte Filme wie „Am Anfang war das Feuer“ oder „Apocalypto“ schweigen im Vergleich wie ein Grab.
Inhaltliches nimmt Toa Fraser folglich auf die leichte Schulter, eher schon ist ihr daran gelegen, ihren Mix aus Mystik und Abenteuer möglichst druckvoll zu präsentieren, was ihr mit packenden Konfrontationen auf primitivster Duellebene durchaus gelingt. Weniger besondere Kampfchoreografien als vielmehr die Nutzung von Situation und Umgebung verleihen der Action den Kick und lassen sie über den Moment hinaus spannend wirken, so dass man das Gefühl hat, einer nicht enden wollenden Kette von Extremsituationen beizuwohnen. Das gelingt ihr schon besser als Emmerich mit seinem Totalausfall „10.000 BC“, der außer Mastodons und Smilodons bloß grausame Langeweile aufzufahren wusste.
Und doch, nimmt man am Ende alle Eindrücke zusammen, bleibt nicht mehr zurück als ein solider Unterhaltungsfilm.
*weitere Informationen: siehe Profil