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Owen Wilson spielt einen Theaterregisseur, der einer Prostituierten, gespielt von Imogen Poots, nach einer gemeinsamen Nacht 30.000 Dollar gibt. Die einzige Bedingung besteht darin, dass sie den Job als Call-Girl aufgibt. Die junge Dame beschließt, sich mit dem Geld nun ganz ihrer Schauspielkarriere zu widmen und spricht an einem Broadway-Theater vor. Beim betreffenden Stück führt ausgerechnet der spendable Freier Regie, dessen Ehefrau zu allem Überfluss als Darstellerin am Stück beteiligt ist. Als sich dann auch noch der Autor des Stücks in die ehemalige Prostituierte verliebt, laufen die Dinge aus dem Ruder.

„Broadway Therapy“ ist so etwas wie das Regie-Comeback von Peter Bogdanovich, der sich in den 70ern unter anderem mit der Screwball-Komödie „Is` was, Doc?“ und seinem gefeierten Drama „Die letzte Vorstellung“ einen Namen machen konnte, wobei er schon damals dafür bekannt war, die Filmgenres vergangener Tage wiederzubeleben. Bogdanovich, mittlerweile 76 Jahre alt, war bereits seit gut zehn Jahren nicht mehr als Regisseur tätig und meldet sich nun mit „Broadway Therapy“ zurück, das einerseits von den alten Meistern der Screwball-Komödie, andererseits aber auch unverkennbar von Woody Allen geprägt ist. Allzu großes Aufsehen dürfte Bogdanovich mit dieser enttäuschenden Komödie jedoch kaum noch erregen.

Da Bogdanovich ansonsten wenig inspiriert zu sein schien, ist der einzige Motor der Komödie der Zufall. Das ist zwar bei Screwball-Komödien nicht unüblich, aber bei „Broadway Therapy“ wird der Bogen permanent überspannt. Als wäre New York das kleinste Dorf der Welt, laufen sich die Hauptfiguren des Films am laufenden Band über den Weg, gehen in denselben Restaurants essen, checken zur gleichen Zeit im gleichen Hotel ein, natürlich in benachbarten Zimmern, und suchen dann auch noch die gleiche Therapeutin auf, die natürlich auch noch irgendwie an dem komplizierten Beziehungswirrwarr beteiligt ist. Die Wege kreuzen sich dabei nicht nur am Broadway bzw. in Manhattan, sondern auch noch in Brooklyn, was das Ganze noch unwahrscheinlicher anmuten lässt. Bogdanovich, der auch für das Drehbuch mitverantwortlich ist, versucht zwar, das Beste daraus zu machen und flankiert einige Zufallsbegegnungen mit einem Augenzwinkern. Das hilft aber auch nicht, zumal die Protagonisten die kruden Fügungen jederzeit vollkommen ungerührt zur Kenntnis nehmen.

Witzig ist Bogdanovichs Film nur punktuell, weil die von Woody Allen inspirierten Dialoge nicht wirklich zünden. Wenn es einmal was zu lachen gibt, dann vor allem dank Jennifer Aniston, die als zynische, aufbrausende Therapeutin eine entfesselte Leistung zeigt. Zumindest anfangs ist auch die Idee mit dem Privatdetektiv, der das ehemalige Call-Girl verfolgt noch recht amüsant, doch die Nebenfigur zeigt schnell Verschleißerscheinungen. Ansonsten plätschert das Geschehen gute 90 Minuten lang vor sich hin, weil Bogdanovich nur wenige Gags gelingen und die Figurenzeichnung eher oberflächlich bleibt. Aufgrund der unzähligen, unlogischen Zufälle herrscht über weite Strecken zudem ein narratives Chaos, das jede Dramaturgie im Keim erstickt. Erschwerend hinzu kommt das parallel ablaufende Interview des Call-Girls, welches das Geschehen immer wieder unterbricht und damit noch stärker ausbremst. Da nutzt auch der mit Owen Wilson, Imogen Poots, Rhys Ifans und weiteren bekannten Gesichtern prominent besetzte Cast wenig.

Fazit:
„Broadway Therapy“ ist eine uninspirierte Aneinanderreihung blöder Zufälle, die Bogdanovich als Screwball-Komödie zu verkaufen versucht. Witzig ist das Ganze selten, stattdessen herrscht über weite Strecken dramaturgisches und erzählerisches Chaos, welches glücklicherweise nach gut eineinhalb Stunden ein frühes Ende findet.

33 %

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