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Für ihre Dienste schenkt Theaterregisseur Arnold (Owen Wilson) dem Callgirl Izzy (Imogen Poots) 30.000 Dollar, damit sie ihren Traum Schauspielerin zu werden verwirklichen kann. Dummerweise ist Seth (Rhys Ifans), Ex-Lover von Arnolds Ehefrau (Kathryn Hahn) und Star seiner nächsten Inszenierung, Zeuge des Seitensprungs. Und ausgerechnet Izzy wird für das Stück als Callgirl gecastet…

Peter Bogdanovich (geb. 1938 in Kingston, New York) beginnt seine Arbeit als Filmschaffender als Regieassistent von Roger Corman, bevor er 1968 mit Boris Karloff in der Hauptrolle „Bewegliche Ziele“ inszeniert. Sein Durchbruch gelingt Bogdanovich mit seinem Meisterwerk „Die Letzte Vorstellung“ (1971), danach etabliert er sich mit „Is was, Doc?“ (1972) und „Paper Moon“ (1973) als Komödienspezialist. Doch spätere Werke (wie „Nickelodeon“, 1976) erweisen sich als finanzielle Flops, nur „Die Maske“ (1985) kann noch die Erwartungen der Produzenten erfüllen, beschert Cher den Oscar und dem Regisseur die Nominierung für die Goldene Palme. 13 Jahre nach dem Liebesdrama „The Cat’s Meow“ (2001, in Deutschland erst 10 Jahre später auf DVD) kehrt Peter Bogdanovich zur Komödie zurück und erinnert mit „She’s Funny That Way“ (Originaltitel) in den besten Momenten an „Is’ was, Doc“.
Für eine Screwball Comedy muss erstmal das Terrain abgesteckt und die Pro- und Antagonisten eingeführt werden. Dafür braucht der 76-jährige Regisseur einige Zeit und auch der Dialogwitz zündet anfangs noch nicht richtig. Später erreicht dieser in Höhepunkten Woody Allen Niveau, vor allem aber sorgen wechselnde Paar-Konstellationen für Verwirrung auf der Leinwand und Gelächter im Publikum (wie im Yorck Kino, Berlin-Kreuzberg). Dabei erweist sich Peter Bogdanovich als Meister der Schauspielerführung: Owen Wilson („Die Hochzeits-Crasher“ 2005, „Midnight in Paris“ 2011) hat offensichtlich fleißig alte Cary Grant Filme geguckt, Imogen Poots („Drecksau“ 2013) erweist sich als Glücksgriff, vor allem, wenn sie im Interview, das den Film umspannt, Plattitüden von sich gibt, Jennifer Aniston („Cake“ 2014) darf als überdrehte Psychotherapeutin ihrem Affen richtig Zucker geben („Ich wechsel’ nur mal schnell meinen Tampon“), Rhys Ifans („Anonymus“ 2011) widert an als schmieriger Star mit Hündchen und eigenem Herrenduft („Smell like Seth“) und Austin Pendleton („Extrablatt“ 1974) wird als lüsterner, pensionierter Richter zum heimlichen Star der Komödie. Zudem gibt es etliche Gastauftritte, u.a. von Cybill Shepherd („Taxi Driver“ 1976) als Assi-Mutter eines Callgirls und von Quentin Tarantino als… Quentin Tarantino. Peter Bogdanovich erreicht längst nicht mehr das Tempo von 1972, trotzdem ein Spaß für die Freunde klassischer Komödien. (7,5/10)

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