Das Langfilmdebüt des belgischen Filmemachers Douglas Boswell lässt sich irgendwo zwischen „Jumanji“ und „Matrix“ verorten, nur mit deutlich weniger Budget ausgestattet und auf eine junge Zielgruppe ausgerichtet. Sprich: Weniger Schauwerte, weniger Tiefgang.
Der 14jährige Frikke findet im Park eine Tasche. Zuhause packt er den Inhalt aus und schließt eine kleine Apparatur per USB am PC an, woraufhin sich ein interaktives Spiel in Gang setzt. In „Labyrinthus“ ist das Mädchen Nola gefangen, welches in der Realität im Koma liegt. Um sie zu retten, muss Frikke einen Code finden und gleichzeitig versuchen, den Programmierer des Spiels ausfindig zu machen. Kurz darauf befindet sich sein bester Kumpel Marko ebenfalls im Spiel…
Der flämische Kinderfilm konzentriert sich auf nur wenige Figuren und zeichnet diese recht brauchbar und weitgehend sympathisch. Es sind glaubhaft handelnde Teenager, bei denen erste Beziehungswünsche aufkeimen, während Frikke im Spiel einen müffelnden Papierhut symbolisiert, welcher immerhin frei schweben kann. So kann der Junge zwar Nola in ihrer wahren Gestalt sehen, doch für das Mädchen ist Frikke eben nur ein schwebender Begleiter.
Entsprechend wechseln sich zwei Handlungsebenen ab, wobei die Übergänge zuweilen fließend sind. In Ansätzen sind die virtuellen Landschaften hübsch ausgestattet, etwa, mit Landkarten als Trittfläche oder einem sprichwörtlichen Kartenhaus, doch anderweitig mangelt es ihnen an Feinschliff, zumal einige Szenerien etwas grob ausgearbeitet sind, was speziell beim Finale auffällt, dessen Set eher an eine Theaterproduktion erinnert.
Problematischer ist jedoch, dass die Prämisse der virtuellen Welt nicht sonderlich kreativ umgesetzt ist, denn als einziger Antagonist dient ein Typ mit Krähenmaske, der allenfalls auf die ganz jungen Zuschauer Angst einflößend wirken könnte. Der Gang über eine Hängebrücke ist noch einigermaßen ansprechend inszeniert, doch so wirklich hängen bleibt da nichts.
Eher kristallisiert sich im Verlauf der treue Weggefährte Pikkels heraus, ein Hund, der die Fähigkeiten eines Durchschnittsköters deutlich überbietet, indem er ganz Landschaften rekonstruieren kann und zielstrebig durch die Stadt läuft, ohne eine Anweisung zu erhalten.
Aber das Zusammenspiel zwischen sympathischen Helden und goldigem Vierbeiner funktioniert in der Regel immer, wobei man sich am Ende fragen muss, wo die Katze geblieben ist, die als allererstes ins Spiel befördert wurde.
Das kindgerechte Abenteuer erscheint nicht immer ganz logisch, doch die Figuren erwecken Empathie, während das solide Erzähltempo niemanden überfordern dürfte. Auf optischer Ebene wäre gewiss mehr drin gewesen, für die Zielgruppe ab zehn Jahren (die nicht den ganzen Tag Spiele daddeln) dürfte hingegen genügend Unterhaltung herumkommen.
5,5 von 10