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Bei Fuß statt Bleifuß


Eine etwas anrüchige Affäre und womöglich Liebe nimmt ihren Lauf zwischen einer Bediensteten und der Dame des Haus der Schmetterlinge. Doch wer hier wen seinen Fetischs unterwirft bzw. wer die Hosen an hat, bleibt ein Spiel der Schatten, Nerven und Zweideutigkeiten…

Typisch Peter Strickland, ist „The Duke of Burgundy“ ein zutiefst sinnliches, aber nie sündiges oder gaffendes Vergnügen. Ein Charakterstück und Stylepiece über Macht, Führung und Beziehung. Natürlich auch metaphorisch auf die Gesellschaft und andere Organisationen beziehbar. Hervorragend und aufopferungsvoll gespielt, mit minimalen Horroruntertönen, sehr artifiziell und doch menschlich. Folkkrimi. Rhythmisch einlullend. Lecker und leckend. Das Schweigen der Schmetterlinge. Butterfly Effect. „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ und „The Servant“ treffen auf „Phantom Thread“ und einen beziehungstechnischen Giallo über Vertrauen und (Kontroll-)Verlust. Frauen sagen nein, aber meinen ja. Eifersucht und der Reiz des Verbotenen. Intelligentes Arthousekino, das sich in keine Box stecken lässt. Aber natürlich auch anstrengend sein kann. Eher sexy Hausaufgabe als Genuss. Kultfilm der 2010er. Biologische Kunstausstellung trifft Jean Rollin. 

Fazit: ein lesbisches und lustvolles Vexierspiel zwischen Rang, Macht, Erotik und Liebe. Audiovisuell ein Kinoorgasmus. Unterhaltungs- und tempotechnisch aber sicher eine zähe Geburt für manche. Mir gefällt's. 

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