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Es ist erstaunlich, daß von diesem Film scheinbar nur so wenig Notiz genommen wird.
Es handelt sich eigentlich nicht um eine Komödie, sondern eher um eine gelungene politische Satire. Im Mittelpunkt des Films steht die fiktive Partei NSDU, wobei reichlich Anspielungen eingebaut wurden, daß hier auf die rechts-konservative "Deutsche Volksunion", welche 1971 von dem ausgesprochen finanzstarken Dr. Gerhard Frey gegründet wurde,angespielt werden soll.
Da die NSDU sich unter ihrem steifen, stockkonservativen Vorsitzenden (gelungene Frey-Karikatur!) ausnahmlos aus biederen und farblosen Charakteren zusammensetzt, gewinnt der PR-Manager der Partei für den bevorstehenden Wahlkampf seinen früheren väterlichen Freund Dieter Stricker (Juhnke) aufgrund seiner schauspielerischen Fähigkeiten als Redner für die Partei, die ihn prompt zum (getürkten) Spitzenkandidat benennt. Nach den Wahlen soll Stricker dann aus vorgeschobenen gesundheitlichen Gründen zurücktreten, im Gegenzug eine finanzielle Entschädigung erhalten.
Nun paßt Strickers verlotterter Lebenswandel aber so gar nicht in die spießbürgerliche und konservative Partei hinein. Die Konflikte sind vorprogrammiert!
Am Ende wird die Frage offengelassen,ob es sich bei der NSDU um eine reine Scheinpartei handelt, die einfach nur die Wahlkampfkostenerstattung pro Wählerstimme einzustreichen beabsichtigt. Die DVU ist ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt, indem Frey aufgrund einer geschickten Vermarktung von "NS-Devotionalien" als weitgehend umstritten gilt.

Insgesamt wimmelt der Film von verschrobenen Charakteren, die teilweise etwas zu überzogen und klischeebehaftet porträtiert wurden.
Mein persönlich unangefochtener Favorit ist hierbei der rassistische Zahnarzt ("Herr Stricker, sie haben ein Gebiß wie ein Kümmeltürke!")

9/10

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