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Yehezkel (Ze’ev Revach) und seine Frau Levana (Levana Finkelstein) leben glücklich in einem komfortablen Seniorenwohnhaus. Als Yehezkels Schwester Jana (Aliza Rosen) ihn bittet ihren schwer kranken Mann von seinen Leiden zu erlösen, baut er mit Hilfe des Tierarztes Daniel (Ilan Dar) eine Apparatur, die es dem Todkranken ermöglicht per Knopfdruck seinem Leben ein Ende zu setzen…

Von Generation zu Generation werden die Menschen immer älter, leider ist das für viele mit schweren und oft sehr schmerzhaften Krankheiten verbunden. Die Gesetze schätzen aber den Wert des Lebens an sich höher ein als den Willen des Patienten. Der Film von Tal Granit und Sharon Mayon ist ein klares Plädoyer für die Sterbehilfe. Das Wunderbare an ihrem Film ist es, dass es dem israelischen Regieduo gelingt, sich diesem Thema auf oft heitere Weise anzunähern. Denn eigentlich gilt für alle Charaktere, was Levana der Heimleiterin zuflüstert, „sie sind wie kleine Kinder, nur ihre Körper sind älter geworden“. Yehezkel z.B. ist ein eifriger Tüftler, inkl. Schweißbrenner, der seine Frau über alles liebt und trotzig ihre immer stärker werdende Demenz länger ignoriert als es gut ist. Das rührende Miteinander der Beiden kann man sich getrost als Vorbild nehmen! Währenddessen fühlt sich ein einst knallharter Polizist zu einem, wie ein gealterter Belmondo aussehendem Veterinär hingezogen („ich muss los, meine Enkel kommen“). Wie der alte Wachtmeister zusammengekrümmt in seinem Schrankversteck steht, als sich die Tür langsam öffnet, gehört zu den komischen Höhepunkten von „Mita Tova“ (Originaltitel), wie auch der mehrfache Stromausfall, der den Freitod einer schwer Krebskranken stört („das war dann wohl ein Zeichen“). Die Szenen davor sind allerdings zu Tränen rührend. Die Sache mit der „Selbstmordmaschine“ hat sich nämlich schnell herumgesprochen und der Ehemann der Sterbenskranken bittet tagelang mit gesenktem Kopf um Mitgefühl und Sterbehilfe für seine Frau. Hier und überhaupt findet keine moralische oder religiöse Diskussion statt, der Film fordert einfach nur Gnade und Barmherzigkeit ein.
Das moderate Tempo der einzelnen Szenen ist den Senioren angepasst – wie auch die etwas seltsame Unschärfe in den Hintergründen -, trotzdem erzählen Granit und Mayon ihre Geschichte flott in nur 90 min. Wie fröhlich und hoffnungsvoll die endlich Erlösten ihr Leben beenden, macht Hoffnung. Einmal stimmen sie ein letztes Mal in das Lied der Lebenden mit ein. Hier hätte man sich eine deutsche Untertitelung gewünscht. Bei den Filmfestspielen von Venedig 2015 erhält „Am Ende ein Fest“ den Publikumspreis. (8,5/10)

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