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Im Dreiländereck von Thailand, Laos und Myanmar (ehemals Burma) floriert der Drogenhandel. General Mon Ta [ Leung Kar Yan ] mit seiner paramilitärischen Gruppe ist zwar dagegen, kann aber nicht verhindern, dass seine eigene rechte Hand Wan Kwok-Chuen [ Francis Ng ] dem tödlichen Geschäft nachgeht und deswegen neben Verbindungen zu General Wu [ Lung Yan Ming ] auch welche nach HK unterhält. Dort sollen sich Chief Inspector Man Chun-Fun [ Miu Kiu Wai ] und Sergeant Kao [ Philiip Ko ] um einen reibungslosen Ablauf der Operationen kümmern und erpressen zu dem Zweck den Leiter der Zollbehörde, Chiang Chi-Nan [ Cheung Kwok Keung ]. Als dieser nicht darauf eingeht, wird seine Familie umgebracht; er selber kann nur schwer verletzt nach Thailand fliehen. Dort zieht er seine restliche Verwandtschaft und Bekanntschaft in den Ärger mit hinein: Inspector Man ist ebenfalls zufällig dort eingetroffen, um mit dem lokalen Drogenboss Yan Yu-Yiang [ Simon Yam ] zu verhandeln...

Einer der eindeutig besseren Arbeiten von Phillip Ko, der durch den Grossteil seiner anderen, „normalen“ Werke gleich neben Godfrey Ho seinen Sitz in der Ruhmeshalle des schlechten Filmes sicher hatte. Teilweise auch unter dem Dienst von Joseph Lais IFD Films and Arts Limited stehend kamen sonst nur mindere Produktionen heraus, die einzig für den C – Action Fan etwas erquickend waren und schnell seinen miesen Ruf manifestierten.
Final Run gehört zu dieser Ausnahme ebenso wie zum Beispiel Killers Romance und Hard to Kill, wobei der Sprung in die obere Qualitätsklasse auch da nie erreicht wurde, aber man zumindest in der zweiten Reihe alle Möglichkeiten ausschöpfte und sogar seine eigenen Miniklassiker schuf.
Vor allem hierbei überzeugt nicht nur mal das Skript etwas mehr; auch die Regie versucht sich dem anzupassen, was für einen gelungenen Gesamteindruck schon auf der Handlungsebene führt.
Natürlich sind die üblichen Makros [ = Mankos ] einer Billigproduktion immer noch vorhanden, so wird kurz stock footage aus Iron Angels einmal ebenso benutzt wie entliehener Score aus amerikanischen Filmen. Aber damit kann man leben, wenn das sonstige Produktionsvolumen mal etwas aufwendiger erscheint und nicht jedes Bild notorischen Budgetmangel erkennen lässt.

Die Geschichte ist dreigeteilt; die Abschnitte liegen in den jeweils einzelnen Schauplätzen Hongkong, Thailand und Goldenem Dreieck und bringen die Ereignisse über einige feste Figuren und dem allumfassenden Thema Drogenhandel zusammen.
Zudem erfolgen schon früh Querverweise zu späteren Fixpunkten; nur kurzzeitig Angerissenes wird zumindest so betont erwähnt, dass die Rückbesinnung und Konzentration auf die Figuren ohne Schwierigkeiten erfolgt.
Natürlich macht man sich einige Sachen sehr einfach, so stecken wirklich alle irgendwie unter einer Decke, jeder hat mit jedem entweder feindlich oder freundlich gesonnen was zu tun und allgemein ist die Welt hier ein Dorf. Darüber hinaus sorgt man aber dafür, dass die getrennt nacheinander verlaufenden Episoden einen guten Anschluss an die nächste Erzähleinheit haben; halt einfach indem man die wichtigeren Personen einfach in den Wechsel der Location mit hinein schreibt und sie mit dem nächsten, dort ansässigen Kompagnon oder Konkurrenten in Kontakt treten lässt.
Interessanter Nebeneffekt, da die alles am Schreibtisch regelnden Stadtleute zuerst das Sagen, aber im Niemandsland gar nichts mehr zumelden haben.

Die Interaktionen selber sind gut gehandhabt; die nötigen Details bekommen ihre ausreichende Aufmerksamkeit ab und sind wegen der programmierten Kürzel auch angemessen nachvollziehbar geschrieben. Belangloses bleibt ebenso aussen vor wie übermässige Gefühlsduselei; knappe Gespräche in dunklen Kämmerleins [ erst Büros, später Villen ] erschweren die Komplikationen mehr statt sie zu vermeiden, anschliessend erfolgt die Konsequenz daraus. Der etwaige Personenüberschwang dabei wird dadurch gemildert, dass man den body count hochtreibt und dabei auch eine staatliche Anzahl bekannter Gesichter besetzt hat. Wenn manchmal auch nur in Kleinstrollen und nicht weiter wichtig für den Hauptstrang, so erleichtert die durchaus prominente Schauspielgarde das überschaubare Fortführen der Narration ungemein und bringt hier und da auch sowohl Klasse als auch Sehenswürdigkeit ins Geschehen hinein.

So hat ein Francis Ng hier am Anfang seiner Karriere zwar nur drei Szenen und chargiert mit seinem verzogenen Gesicht auch ziemlich, aber sorgt halt vor allem rückblickend für genug Akzente. Der Rest der Akteure gehört einfach fest in die damalige Zeit samt Genre, was beides mittlerweile vergängliche und auch nostalgische Geschichte ist; einzig Simon Yam – der damals auch fest in den Gefilden steckte - hat sich weiterentwickelt und gehört heutzutage immer noch zu den grösseren Namen.
Die anderen hätten auch durchaus was Besseres als ein Vergessen verdient; das Setting wird zumeist ernst genommen und sich darum bemüht, dass der Film nicht wie einige andere zu dem Zeitpunkt wie hingeschleudert und / oder unfreiwillig amüsant wirkt. Comic relief hält sich bis auf ein, zwei Einstellungen deswegen auch sehr in Grenzen, tritt praktisch nicht auf. Die unrühmliche Ausnahme bildet ein sehr junger Benny Ko, der hier als Sparringspartner von Dick Wei sein Unheil treibt und später als festes Begleitwerkzeug von Kos DTV – Sexfilmchen noch sehr viel schlimmer werden sollte.

Bei der vorhandenen Action wird sich anfangs mal weniger ausgetobt als im Genre üblich, dafür trägt die tadellose, kompetente Umsetzung zu mehr Freude bei. Hier und da werden einige wahnwitzige Stunts eingeflochten, viel durch Glas, Holz und dergleichen geprescht und ansonsten beim Martial Arts herumgewütet. Wobei mit Yukari Oshima, Ha Chi Jan, Dick Wei, Mark Houghton, Ridley Tsui usw. auch die nötigen Könner beteiligt sind, und die ersten beiden in Uniform auch für ein willkommenen optischen Hochgenuss sorgen.
Wirklich grössere Einlagen halten sich in Grenzen [ die Autoverfolgung ist upgespeedet und disqualifiziert sich dadurch selber ]; allerdings ist die letzte halbe Stunde durchweg Action und dann auch derartig extensiv zu einem Kleinkriegsfilm ausgeartet, dass man sogar den Abspann noch für gefilmtes, aber nicht benutztes Material verwendet.
Der Showdown wartet mit einer geballten Abfolge von Zweikämpfen innerhalb eines grossen Areals und erfreulich fesselnder Realisierung auf; schön zu sehen, wenn man die Stilmittel mit richtiger Sachkenntnis benutzt und sich ansonst auf die Kämpfer selber konzentriert.

Das Einspiel von 5.284 M. HK$ entschädigten die Bemühungen dann auch, dennoch kam dann nicht mehr viel Vergleichbares von Kos Regent Films. Leider.

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