Nach "Help Me I Am Dead - Die Geschichte der Anderen" keimte ein wenig Hoffnung auf, dass der einstige Schmuddelfilmer Andreas Bethmann etwas reifere Werke abliefern würde, doch wirklich überzeugen kann sein Backwood-Thriller "Terror Creek" nicht.
Julie (Julie Anderson) und Lisa (Renee Pornero) kennen sich eigentlich noch nicht lange, doch sie entschließen sich, eine Woche in der Natur zu verbringen und in einer abgelegenen Waldhütte zu nächtigen, welche Lisas Eltern gehört. Böse Vorzeichen mehren sich, als sie einem lüsternen Hinterwäldler begegnen, doch das ist erst der Anfang der bevorstehenden Terrors...
Im Nachhinein lässt sich nur vage spekulieren, ob es an der langen Drehpause infolge eines schweren Autounfalls lag, oder ob die Geschichte in seiner minimalistischen Form einfach nicht mehr Potential hergibt.
Tatsache ist zumindest, dass es in den letzten Jahren zig ähnlich gelagerte Filme gab, welche weitaus rasanter und teilweise auch wesentlich blutiger zur Sache gingen, während rein handwerklich gar nicht mal so viel anzukreiden ist.
Ein deutliches Manko ist der viel zu lange Vorlauf, bis die Sache endlich Gestalt annimmt.
Die beiden wesentlichen Figuren werden zwar passabel eingeführt und die Performances gehen in Ordnung, doch nach dem gelungenen Einstieg, welcher den Beginn des Showdowns ein wenig vorweg nimmt, vergehen rund 45 Minuten ohne wirklich böse Vorzeichen oder spannende Zwischeneinlagen (sofern man nicht ein halbnacktes Intermezzo der beiden Hauptakteurinnen als solches betrachtet).
Als der Terror schließlich einsetzt, schlagen die wie immer soliden Effekte eines Olaf Ittenbach positiv zu Buche. Ein Nagel im Auge, dickere Nägel im Fuß, ein abgetrennter Kopf und allerlei Gekröse beim Einsatz einer Motorsäge sind handgemacht in Szene gesetzt, nur der abgetrennte Kopf als solcher sieht eher nach schlichter Modellierung aus.
Der Score fällt zumindest zweckdienlich aus und ist phasenweise sauber abgestimmt und auch Kamera und Schnitt arbeiten ordentlich, wobei Tieraufnahmen aus einem Zoo geschickt untergemischt wurden.
Dennoch gerät das Treiben nach einem entsprechenden Twist in der Mitte der Handlung recht vorhersehbar, die Form des Terrors fällt nicht sonderlich kreativ aus und auch das Finale beinhaltet allenfalls minimale Überraschungen. Genrefans erhalten demnach nicht mehr als einen Durchschnittsbeitrag, dem es schlicht an Temposzenen und Kompromisslosigkeit mangelt. Sieht zwar keineswegs nach Amateurfilm aus, hebt sich allerdings auch überhaupt nicht von der Masse Artverwandter ab.
4,5 von 10