Aus einer russischen Anlage wurde Sarin-Gas gestohlen. US-Zollmann Brooks spürt die Giftfässer auf. Sowohl das FBI als auch die russische Agentin Natalya wollen den Sarin-Dieb Simeonov. Der beendet den Streit durch Flucht. Nur Brooks und Natalya überleben und müssen verhindern, dass Simeonov die Fässer zurückbekommt. Nach Con Air und Con Rail nun also zur Abwechslung mal der Con Express, eines der letzten PM Werke. das Budget hielt sich wie immer stark in Grenzen, was sich immer gerne darin äußert das wieder sehr stark Szenen aus anderen Filmen entlehnt und ganz unschuldig hier als Money Shots verkauft werden. Speziell die potentiell aufwendigen Szenen mit der Zugkollision oder das zerfetzen eines Truck Motorblocks mit einem Propeller hat man woanders schon gesehen. Mit eigenen Tricks hält sich der Film merklich zurück, wohl wissend das für das vorhandene Kleingeld keine erstklassige CGI zu bewerkstelligen ist.
Die Story gewinnt ebenfalls keinen Script Oscar, diesmal gehts um eine Tonne voll Sarin-Gas, das ein paar böse Russkis über Alaska einschmuggeln wollen. Der Zoll bekommt einen Tipp und nimmt bei einer Razzia in einem Lagerhaus nicht nur die heiße Ware, sondern auch den berühmt berüchtigten Boss der Bande hoch. Das ganze wird als Flashbackfilm erzählt, während der Leiter der Aktion sich in einem Bewerbungsgespräch zum Chef der Zollbehörde befindet (sieht für mich zwar eher nach einer Anhörung vorm Militärgericht aus, aber was solls).
Das Gas soll jetzt per Zug in sichere Verwahrung transportiert werden, während die Bad Guys per Flugzeug nach Washington schippern. Wie es in der B-Movie Logik üblich ist, wird Simeonow auf lächerlich einfache Weise befreit und seine loyalen Truppen, entern den vom Militär begleiteten Zug. Zusammen mit einer russischen Agentin, macht sich das ziemlich blass wirkende Protagonistenduo auf, die Sache gerade zu biegen.
Wie gesagt die Story ist nun wirklich nicht neu, aber Terry Cunningham gelingt es im rahmen seiner Möglichkeiten, zumindets noch einiges an Thrill aufzubauen. Wir haben einige Shootouts, die auch gar nicht mal so übel anzusehen sind und der Kampf Terror vs. Army im Zug ist flott und bleihaltig gestaltet. Die Darsteller bleiben eher farblos, einzig die Schurken vermögen da etwas Ausstrahlung zu verbreiten und Arnold Vosloo mit seinem Standard diabolischen Grinsen ist eh eine Bank.
Der Mittelteil ist dagegen ziemlich lahm, eine gewaltsam konstrierte Love Story mit Fleischbeschau des Alemannen Exports Ursula Karven nimmt nicht nur Dampf aus dem Ablauf, sondern glänzt auch noch durch Dialoge ultraflacher Art (zumindest so lange bis ich den Ton abgestellt hab). Durch seine ansonsten solide Action geht Con Express noch als akzeptabel durch, trotz deutlicher Mängel.
5/10