Review

Fortsetzungen sind bekanntermaßen so eine Sache, denn entweder der Regisseur des Originals spinnt seine Geschichte weiter und verheddert sich oftmals darin oder, wie im vorliegenden Fall, versuchen zwei eher unerfahrene Autoren und Regisseure auf den Zug aufzuspringen und eine lasche Kopie abzuliefern.

Annie (Caity Lotz) konnte einst den Judas-Killer erledigen, doch das Grauen scheint sich fortzusetzen, als Tatortreinigerin und Zeichnerin June (Camilla Luddington) erfährt, dass ihre biologische Mutter ein Opfer des Killers war. Immer häufiger wird June von Visionen und Alpträumen geplagt, bis sie sich schließlich an Annie wendet...

Das Regieduo Hallam/Horvath knüpft storytechnisch in etwa dort an, wo das Original endete, obgleich Annie erst recht spät in die Geschichte eingebunden wird. Immerhin erscheint June als halbwegs sympathische Figur, welche ab und an Probleme mit ihrem Freund Daniel, einem jungen Officer hat, welcher wiederum mit einem Profiler vom FBI aneinander gerät.
Das Figurengefüge bleibt überschaubar, die Spukeffekte bleiben es allerdings auch.

Denn bis auf eine Handvoll unheimlicher Erscheinungen im Spiegel und von selbst zuschlagende Türen ist da lange Zeit nicht viel auszumachen, obgleich Mark Steger als Killer noch einmal mitmischt. Junes Visionen sind diesbezüglich etwas effektiver abgestimmt und auch das Ratespiel, wer oder was im Hintergrund die Strippen zieht, gerät einigermaßen unterhaltsam.

Der Showdown liefert erwartungsgemäß einen Twist, welcher ein paar Minuten später von einem zweiten abgelöst wird und spätestens ab da gerät die Chose reichlich unglaubwürdig.
Die minimalen Gewalteinlagen in Form von Messerstichen und Platzwunden durch Baseballschläger kaschieren nicht, wie unwahrscheinlich einige Gegebenheiten sind und auch wenn sich ganz zuletzt eine weitere Fortsetzung ankündigt, - vielleicht sollte man es bei diesen beiden Streifen belassen oder allenfalls ein Prequel entwerfen.

Den Darstellern ist bei alledem nichts anzukreiden und auch inszenatorisch gibt sich das eher unerfahrene Regieduo keine Blöße und setzt auf eine unauffällige Kamera, einen eher leisen Score und eine Ausstattung, die zumindest zweckdienlich erscheint.
Viel mitnehmen kann man von dieser Fortsetzung jedoch nicht, Spannungsmomente halten sich in Grenzen und auch atmosphärisch sind nur minimale Highlights auszumachen.
Wer die ruhige, unaufgeregte Art des Originals mochte, könnte einen Blick riskieren, Genrefans erhalten allerdings nichts wirklich Innovatives.
5 von 10

Details
Ähnliche Filme