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Natürlich ist es nicht Aufgabe des Regisseurs, sympathische Charaktere zu schaffen. Kira ist mit Sicherheit keiner. Persönlichkeitsstörung. Anormal. Ein bisschen verrückt. Wie auch immer man ihr Anders-sein benennen will. Sie bringt ihren Mann Mads laufend in – euphemistisch gesprochen – unangenehme Situationen. Am Ende siegt die Liebe. Doch fällt es schwer, daran zu glauben oder sie dieser Nervensäge (noch ein denkbares Attribut dieser seltsamen Frau) zu gönnen. Geht dieser Dogma-Film thematisch an die Nerven, so überzeugt er in formaler Hinsicht auch nicht immer. Die Selbstbeschränkung der Stilmittel verbaut mancherorts den genaueren Ausdruck, die klarere Betrachtung.