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„Sein Wechselgeld ist Blei“, viel Blei, denn actiongeladen ist dieser Italo-Western wirklich. Angesiedelt ist er im amerikanischen Bürgerkrieg, was wohl auch schon einiges an Action garantieren dürfte. Das Rachemotiv, das eigentlich schon ausgelutscht sein müsste, so häufig wurde es in Genreverwandten Filmen verwendet, wird in diesem Film mit neuem Schwung von Regisseur Alfonso Brescia rübergebracht. So weiß Johs, der Hauptprotagonist, gespielt von Peter Lee Lawrence, erst gar nicht an wem er eigentlich Rache üben will, da er den Mord an seinem Bruder und dessen Frau nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Einzig eine Medaille gibt ihm einen Hinweis auf den Täter.
Trotz erstem Widerstreben, schließt sich Johs der Guerilla-Truppe von Butch an, um so eventuell der Mörder zu finden. Bei einem Raubüberfall erschießt Johs einen Reisenden, um Butch vor diesem zu schützen. Von diesem Moment an bringt einen die Spannung fast um. Auf Johs wird ein Kopfgeld von 5000 Dollar ausgesetzt, tot oder lebendig.
Christine (Beba Loncar), Johs Freundin, erfährt von den Taten ihres Geliebten und weiß nicht mehr, was sie von ihm halten soll. SO verliebt sich sich schließlich in Clifford; was sie nicht weiß, er ist der Mörder, den Johs sucht. Als Johs zurückkehrt, kommt es nach einiger Zeit zu einer Auseinandersetzung, die in eine spannende Verfolgungsjagd mit vielen Schießereien übergeht.
Diese ist wirklich gut umgesetzt. Bis zum Schluss fragt man sich, ob Christine Johs Taten verzeiht, wer jetzt wen erwischt, welchen Weg sie gehen und wo das ganze jetzt überhaupt hinführt.
Das Duell zwischen Clifford und Johs ist ohne Zweifel der Höhepunkt und grandios in Szene gesetzt. Das langsam abbrennende Streichholz treibt die Spannung noch weiter in die Höhe.
Peter Lee Lawrence wirkt durch seine äußere Erscheinung auf der einen Seite sympathisch, auf der anderen allerdings kauft man ihm den Rächer dadurch nicht wirklich ab. Die Dialoge passen aus dem selben Grund manchmal geringfügig nicht zu der Rolle des Johs. Außerdem ist der ganze Film farbenfroh und hell, was zu fröhlich wirkt, um eine aggressive Racheatmosphäre aufkommen zu lassen.
Eine Glanzleistung hingegen hat der Komponist Bruno Nicolai vollbracht. Die Musik ist ungelogen immer passend und fügt sich nahtlos ins Bild ein.
Hätte die deutsche Schnittfassung diesen Western verhunzt, würde es sicher zu den überdurchschnittlicheren Werken gehören. Allerdings geriet er so wohl nur in Vergessenheit. Schade eigentlich, denn der Film kann was (7/10).

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