Die Stadt, die wirklich niemals schläft
Vier Kurzgeschichten aus Tokyo - voller Horror, Grusel, Sex, Gore und Gewalt! Kann „Tokyo Grand Guignol“ mit neueren Meistern dieses Fachs wie „V/H/S“ mithalten oder wirkt das eher wie gewollt, aber nicht gekonnt? Was bietet dieses Sushiband der Alpträume? Ohne großartige Intros oder Zwischensnacks geht’s jedenfalls direkt ins feuchtfröhliche Treiben...
ENDLESS LOVE
5/10
Ein verteufelter Mann, gefangen in einer Zeitschleife, muss morden um Tag für Tag wieder näher an seine verstorbene große Liebe zu rücken...
Solider Einstieg. Paar gute Fights. Nettes „Murmeltier“-Konzept in hart. Voraussehbares Ende. Alles soweit nicht herausragend, aber gut guckbar. Der zu glatte Videolook und die sehr artifiziellen CGI-Splattereien fallen da schon negativ auf. Wirklich Flair und Charakter hat das nicht. Und wenn, dann keinen guten...
TRAHISON
3,5/10
Eine attraktive Frau im Kampf gegen ihr dämonisches Spiegelbild...
Klassische Geistergeschichte irgendwo zwischen J-Horror und Argento. Nur in dilettantisch. Und laaaaaangweilig. Ende wieder auf drei Meilen zu riechen. Wieder mindestens ein guter Goreschock. Hübsche Mädels in Unterwäsche. Doch ansonsten attraktive Mangelware.
SHADOW HUNTER
3/10
Eine sexy Dämomenjägerin verfolgt von Spannern, der Polizei und ungefährlichen Schattenwesen...
In Ansätzen süßes Konzept - nur voll am Thema vorbei. Kein Splatter, kaum Horror, eher Asiakitsch per excellence. „Death Note“ in oft unerträglich. Puh, es wird nicht besser...
GOOD BOY
5,5/10
Die Rache des Hachiko! Ein fieser, sexuell und emotional frustrierter Typ ritzt etwas in die Statue des berühmten Hundes - nicht ohne blutige, bizarre Folgen...
Das Beste kommt zum Schluss. Selbst wenn das in diesem Fall nicht allzu viel heißt. Die Effekte bleiben oft billig, der Look zu privatvideoartig, die Regisseure ohne echte eigene Ideen und die Darsteller bemüht bis talentlos. Auch von Tokio sieht man zu wenig. Französisch mutet noch viel weniger an. Dennoch hat dieser sexuell aufgeladene Werwolf-Querdenker seine Momente und Bissigkeit gegen toxische Männlichkeit und unterdrückte Gefühle. Zudem die einzige Episode mit (einigermaßen funktionierendem) Humor.
Fazit: vollkommen blasse, banale und billige Asia-Schnarchschockersammlung, die weder einer splattrigen Kooperation und Fusion von Europa und Japan noch seinem legendären Namen gerecht wird. Zu lang, zu lahm, zu flach, zu künstlich. Nur die einrahmenden Episoden können etwas - aber selbst da nur mit wesentlichen Abstrichen. Für mich eine der am schwersten durchzustehendsten Horroranthologien seit langer Zeit.