An einem Filmset geht ein Killer um. Im Visier der Ermittlungen: ein depressiver Cutter, der seine Finger bei dem Versuch verloren hat, einen unendlichen Film zu schneiden und sich seither mit miesen B-Movies über Wasser hält. Doch ist er wirklich der Killer..?
Der Editor: "Sieh dir diese Szene nur an, Bella! So nah ans Leben werden du und ich nie herankommen."
Bella: "Leben wir jetzt etwa nicht?"
Der Editor: "Wenn das das Leben ist, will ich nichts damit zu tun haben."
THE EDITOR ist Hommage und Verhohnepiepelung des Giallokinos. Waren AMER und THE COLOR OF YOUR BODY'S TEARS erfürchtige Verneigungen vor dem Frauenmörder-Genre der 70er-Jahre, so ist THE EDITOR als Komödie, ja fast schon als Persiflage zu bezeichnen. Sakkos und Schnauzer. Seitenscheitel und Pilotenbrillen. Frauen werden wild geohrfeigt, wenn sie nicht parieren. Dazu blutige, effektreiche Morde, u.a. ein Gesichts-Rip-Off. Farben wie bei Argento. Ein authentischer Retro-Soundtrack. Klare Anspielungen auf GEISTERSTADT DER ZOMBIES, WOODOO und VIDEODROME.
THE EDITOR macht richtig Spaß. Ob man dafür Vorwissen braucht oder bestimmte Filme gesehen haben muss: nicht unbedingt. Kennt man aber die Klassiker von Bava, Argento, Martino und Co., kommt man gewiss doppelt auf seine Kosten.
Mit Paz de la Huerta (ENTER THE VOID, NURSE 3D) in einer schier hassenswerten, für ihre Verhältnisse sehr unerotischen Rolle. In Nebenrollen: Udo Kier (MELANCHOLIA, HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT) und Laurence R. Harvey (HUMAN CENTIPEDE 2). Regisseur Matthew Kennedy ist Teil des Produktionskollektivs "Astron-6", welches auch für FATHER'S DAY und THE VOID verantwortlich war.
Fazit:
DIE NACKTE KANONE des Giallo.