Review

kurz angerissen*

Das eigenwillige Jump-Scare-Verständnis der Wan’schen Gruselschule imitiert das „Conjuring“-Spinoff in einzelnen Szenen durchaus ansprechend. Kamera- und Schnitttricks paaren sich mit ausschlagenden Soundeffekten und unerwarteten visuellen Manifestationen, um die Stille der Vorahnung zu durchbrechen. Vielleicht nicht ganz in der originellen Vielfalt, die „Insidious“ seinerzeit vorlegte, aber doch ausreichend, um seine standardisierten 90 Minuten gut zu füllen.

Dass auch und gerade dieses Prequel jedoch inhaltlich völlig luftleer erscheint und lediglich dem Interesse des Massenpublikums an Maskottchen zu verdanken ist (seien es nun leichenblasse Puppen oder knallgelbe, kauderwelschende Kapseln in Latzhosen), hat „Annabelle“ standesgemäße Schwierigkeiten, seine symbolischen Geschütze aus religiösen Motiven, Teufelsgestalten und poltergeistartigen Erscheinungen zu rechtfertigen. Was die hübsch-blasse Hauptdarstellerin Annabelle Wallis mit ihren Rosemaries-Baby-Allüren und ihrem verständnisvoll agierenden Ehemann (Ward Horton) durch die langflurige Wohnung (alles für den Vertigo-Effekt, der dann doch nur in den Deleted Scenes verwendet wurde) jagt, ist fast durchweg dem Selbstzweck entsprungen. Tony Amendola als „Exorzist“-Priester und Alfre Woodard als klassische Eingeweihte mit starkem Glauben vervollständigen dieses Bild und im Übrigen auch beinahe den kompletten Cast, denn „Annabelle“ fühlt sich, und das ist gar nicht mal schlecht, an wie ein von der Außenwelt abgeschnittenes Kammerspiel. Nur dass man dieser Kammer durchaus hätte fernbleiben können, ohne etwas Relevantes zu verpassen…

*weitere Informationen: siehe Profil

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