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Cronenberg did it again. Wieder gerät eine neuartige medizinische Methode außer Kontrolle, die sich letztendlich in gefährlichen körperlichen Mutationen äußert. Dieses Mal ist es die „Psychoplasmatik“, die unter psychischen Traumata leidenden Patienten helfen soll, allerdings bei Nola Carveth dazu führt, dass sich ihr unterdrückter Hass in abscheulichen, kinderähnlichen Lebewesen manifestiert, die zu Erfüllungsgehilfen ihrer negativen Emotionen werden. Dadurch verarbeitet Cronenberg die Thematik der „Weitergabe“ eigener erlebter Leiden an die Kinder und die möglichen Gewaltausbrüche durch unterdrückte Emotionen und verdrängte Erinnerungen. Diese werden in „Die Brut“ plastisch, sehen bedrohlich aus und wurden gekonnt in Szene gesetzt, so dass der eine oder andere Schockmoment gewiss ist. Allgemein verstand es Cronenberg, seinen Film eine unwirtliche Optik zu verleihen und eine spannende, bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen. Trotz der Kreaturen und einiger brutaler Morde stehen grafisch ausufernde Körperhorror-Elemente eher im Hintergrund und finden eigentlich erst so richtig im Finale statt. Der Film funktioniert mehr auf psychologischer Ebene und lässt sich dadurch nur bedingt mit späteren Körperhorror-Eskapaden Cronenbergs oder z.B. eines Herrn Yuzna vergleichen. „Die Brut“ erscheint weniger schlüpfrig und schmutzig als Cronenbergs Frühwerke „Shivers“ und „Rabid“, dürfte durch das Motiv der tötenden „Kinder“ aber dennoch für so manchen Aufreger gesorgt haben. Niveauvoller, etwas exzentrischer bis surrealer 70er-Horror mit psychologischem Tiefgang.

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