Wer einen Hang zu kühler Atmosphäre und Cronenbergs tabuloser Fantasie im Bereich des Body Horrors hat, kann bei einer ungeschnittenen Version bedenkenlos zuschlagen.
Alle anderen werden wohl einen Bogen um diesen Film machen.
Das Thema ist sperrig, ganz ohne Hollywood-Mainstream. Kitsch, Glanz und Glamour gibt es woanders. Cronenbergs Themen wühlen sich hinein und durchpflügen den Zuschauer mit elementarer Wucht, selbst in den ruhigen Gangarten und scheinbar spannungsarmen Szenen ist ein stetes Unwohlsein zu verspüren.
Die Schauspieler passen. Allen voran spielt Oliver Reed beängstigend, rätselhaft und animalisch zugleich.
Samantha Eggar, in ihrer krassesten Rolle, macht einem mit ihrem eindrucksvollen Spiel auch heute noch angst und bange.
Von der sogenannten "Brut" will ich erst gar nicht reden, um nicht spoilern zu müssen. Das Schreckliche ist kurz und hart und bleibt zurück, haut sich eine blutige Kerbe in die Erinnerung.
Wer das Alt-Werk von David Cronenberg gesehen hat, wird es nicht mehr vergessen. Dabei ist es egal, ob man etwas mit dem Thema anzufangen weiß oder nicht.
Ich empfehle gern dieses kalte Kleinod des Schreckens, dieses Paradebeispiel, dass Horror im Minimalen eine maximale Wirkung haben kann.
Für mich einer der besten Cronenberg-Filme ... und so hübsch dreckig 70er und erholsam unangepasst, dass es wehtut.