Review

Ich wusste nichts mehr vom Film, da ich ihn zuletzt vor über 20 Jahren gesehen und als „schwach“ abgespeichert habe. Jetzt, nach so langer Zeit, sehe ich ihn anders. Dank der kürzeren Fassung, ist er nicht mehr so lahm. Ich konnte diesmal viel Positives entdecken, was früher an mir vorbeiging, weil ich damals noch kein so riesengroßer Italo Fan war, wie heute. Heutzutage kann ich mit den schwächeren Italo Filmen mehr anfangen.

Ja, der Film ist eindeutig zu lang und die Hauptdarsteller wären als Nebendarsteller besser aufgehoben. Außerdem ist die deutsche Synchro bei ein, zwei Charakteren, wie z.B. David Warbeck, nicht gut. Ich verstehe aber auch nicht, warum er als Polizeiinspektor ständig jeden anschreit. Ruhigere Gespräche mit den Verdächtigen oder Mitarbeitern, hätten mir hier besser gefallen.

Ein Spät-Giallo, der versucht an die alten Zeiten anzuknüpfen und es ihm teilweise gelingt. Ich finde den Film besser, als die späteren Filme von Dario Argento, wie z.B. The Card Player und Giallo. Fatal Frames hat alle Giallo Zutaten und bietet ein paar schöne Momente, die von passender Musik begleitet werden. Man fühlt sich fasst wie in alten Zeiten, wäre der Film nicht im typischen 90er Stil inszeniert worden. Manchmal muss man an die Film- und Schnitttechnik von MTV denken. Der Regisseur, Al Festa, hatte zuvor einige Musikvideos gedreht und man sieht, dass er es perfekt beherrscht.

Zusätzlich punktet der Film mit den Splattereffekten von Steve Johnson (z.B. Spezialeffekte bei Bad Moon und Species 2), den bei Nacht toll beleuchteten Kulissen Roms, den vielen Gastauftritten bekannter Gesichter, wie z.B. Angus Scrimm, Linnea Quigley, Donald Pleasence und weiteren. Die verrückte Auflösung, bei der man ihn beim zweiten Anschauen anders sieht, ist auch nicht schlecht.

Mit zwei besseren Hauptdarstellern und einer kürzeren Laufzeit, wäre der Film sicher ein Giallo Hit geworden, aber auch so schien es bestens gelaufen zu sein, denn er kam wohl bei einigen Filmfestivals gut an und hat auch einen Preis (Fulci Award) gewonnen.

Fazit: Ein guter Spät-Giallo, der alle wichtigen Zutaten hat, aber sie etwas falsch mixt.





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