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Es gibt drei Arten von Christopher-Nolan-Filmen - grandios (The Dark Knight; Memento), sehr gut (Batman Begins, Inception, The Dark Knight Rises) und gut (der Rest). Interstellar ist als Nolans 2001 angelegt, als philosophisch angehauvhte Science-Fiction-Geschichte, die die Welt erklären will. Diese Erklärung ist, anders als bei 2001, durchaus verständlich und zieht sich durch den Film, sie ergibt im Rahmen des Films durchaus Sinn - ist aber einfach zu konstruiert, um wirklich zu funktionieren. Kern des Films ist die Liebe eines Vaters zu seiner Tochter, der alles, was er tut, nur macht, um sie zu retten und wieder zu sehen. Die Verbindung ist stark genug, um die beiden am Ende zusammen zu führen. Die Hauptrolle wird von Matthew McConnaughey gespielt, den Mark Kermode (Cheffilmkritiker der BBC) nicht umsonst Matthew Mahagony taufte. Die besessene Seite funktioniert, die sanfte eher weniger. Damit wackelt der Grundpfeiler des Films. Der Weg zur nicht überzeugenden Auflösung funktioniert dafür über weite Strecken wunderbar. Die beiden besuchten Planeten, die meterhohen Wasserwellen, die gefrorenen Wolken, all das sieht wundervoll aus und ist spannend inszeniert. Die Entwicklung auf der Erde und das zweite Vater-Tochter-Paar, das als Kontrast etabliert wird, funktionieren ebenfalls weitgehend gut. Der Film ist leider deutlich zu lang - typische Blockbusterkrankheit, vor allem, weil die Auflösung wie gesagt bestenfalls durchwachsen ist. Ich habe zwar über weite Teile des Films mitgefiebert, endgültig überzeugt bin ich aber nicht. Der Film fällt eindeutig in die dritte Kategorie, und mir ist ein halbwegs gelungener Nolan lieber als jeder Michael Bay, und Nolan bleibt damit auf meiner "jeder Film!" Liste ganz weit oben, aber ein zweiter Memento oder Dark Knight ist er nicht (womit sich der Kreis zu 2001 schließt - mit dem habe ich ähnliche Probleme, nur dass ich da die letzten 20 Minuten schlicht nicht verstehe).

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