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"Sex dominates the world. And now I dominate sex!" (Dr. Humpp)

Ja, ja, die Südamerikaner und ihr psychotronisches Kino: die Mexikaner haben Trash-Knaller wie "Night of the Bloody Apes" oder die Santo-Streifen, die Brasilianer bizarre Kost vom Kaliber "Coffin Joe", die Argentinier neben Erotikfilmer Armando Bo auch Emilio Vieyra, der für die Horrorfraktion zuständig ist. Dieser hat mit "The Curious Dr. Humpp" sein bestes wie bekanntestes Werk abgeliefert.

Die Story ist grotesk as can: Ein verrückter Wissenschaftler namens Dr. Humpp lässt durch seine glubbschäugigen Kreaturen diverse sexuell leichtlebige Menschen (z. B. eine Nymphomanin, eine Stripperin etc.) in seine Privatklinik entführen. Dort zapft er ihnen während des Liebesaktes Blut ab, dass er als Serum für die ewige Jugend verwendet. Initiator des Ganzen ist übrigens nicht Dr. Seltsam selbst, sondern ein sprechendes Gehirn im Wasserglas. Ein junger Reporter will den unglaublichen Schwindel aufdecken...

Das Vieyra-Werk erhielt vielerorts wahre Lobeshymnen und ist für Fans des unterschlagenen Films wirklich wert, gesehen zu werden. Der Regisseur vermengt hier Erotikfilm mit Trash-Parodie und SciFi, Thriller mit Komödie und psychedelischem Trip - ohne das zuviele Zutaten den Brei verderben. Ursprünglich wurden von "Dr. Humpp" sogar zwei Versionen gedreht: Eine Vieyra-Fassung sowie eine etwas später in Amerika mit zusätzlichen Sexszenen aufgepäppelte Version. Das neue Material zieht den Streifen teilweise etwas arg in die Länge, was jedoch nur milde ins Gewicht fällt.

Denn "Dr. Humpp" besticht nicht nur durch vielerlei kuriose Ideen, sondern auch durch eine überaus gelungene technische Umsetzung sowie eine schöne noiresque Atmosphäre. Wirklich selbst im schier grenzenlosen Bereich des psychotronischen Kinos noch ein ungewöhnliches Werk, das zurecht mit 9 von 10 Punkten belohnt wird.

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