Review

Manche Leute werden sich fragen, warum ich Stand der heutigen Dinge bislang nur zwei Filme mit richtig guten Bewertungen (also ab sieben Punkten und aufwärts) versehen habe..? Nun, hier kommt die Entwarnung - und Film Nummer drei. Übrigens wieder ein Output aus Südamerika - irgendwo muss dort wohl ein Nest sein...

"Sex dominates the World! And now I dominate Sex!": Dieser schlichtweg geile Onliner stammt von keinem Geringerem als der titelgebenden Figur selbst. Der Film fristet leider bis zum heutigen Tage ein Schattendasein als verkannter Kultstreifen. Dabei ist Regisseur Emilio Vieyra ein grotesker Comicstrip gelungen, der etliche Kompententen in sich vereint - und zwar auf auf sehr gekonnte Art und Weise: Sex, Science-Fiction, Film Noir und surreale Kunst.

Die Story geht ungefähr so: Mit der Hilfe von knautschgesichtigen Robotern lässt besagter Dr. Humpp allerhand leichte Mädchen in sein Sanatorium entführen, um beim Sex eine gewisse Substanz abzuzapfen. Während ihm ein sprechendes Gehirn im Wasserglas die Befehle dazu gibt, kommt ein Reporter dem Treiben auf die Schliche.

Entstanden ist ein nie langweiliger Schwachsinn der gekonnt-gehobenen Sorte mit freudiger Lust an der Spinnerei. Manchmal möchte man Vieyra sogar loben und behaupten, er war damals wirklich seiner Zeit voraus gewesen. Für Sixties-Kino ist der Film ungeheuer sleazy ohne schmuddelig zu wirken, die wilde Mélange aus den übrigen Komponenten fügt sich nahtlos zusammen, ohne irgendwie billig oder schlecht zu erscheinen. Das schöne Schwarzweiß-Flair gibt dem Werk noch zusätzliche Sporen.

Garantiert keine Unterhaltung für Movie Snobs oder Leute, die schon die blauen Typen in "Avatar" albern fanden. Grotesker Sleaze, der haarscharf an der Filmkunst vorbeischrammt. Ein Klasse für sich, aber dort eine echte Hausnummer!

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