Review

kurz angerissen*

Wie in „Vikings“ sieht man in „Northmen“ expeditionsfreudige Nordmänner zum Einstieg aufs Festland krabbeln; der Fokus wird also eng gehalten, damit sich das Panorama auf die seit „Thor“ chic gewordenen Wikingergeschichten mit jedem Storydetail weiten kann. Die TV-Serie hingegen hält das Niveau anschließend aufrecht, während die deutsch-schweizerische Koproduktion ihr Heil in heillosem Actiontrash sucht. Immerhin, Claudio Fäh versteht es wenigstens, sein Abenteuer ohne Längen zu inszenieren. Das Fußmarsch-Movie generiert als Vorläufer des gemeinen Road-Movies stets neue Situationen, die man als oberflächlich spannend einordnen würde, weil sie nie lange auf einem Moment verharren, sondern zuverlässig in die nächste Brenzligkeit überleiten. Tom Hopper, Ken Duken, Ryan Kwanten & Co. machen dabei den Eindruck, putzige Karikaturen der Belegschaft aus „Der 13te Krieger“ zu geben, zumal sie durch ähnliche Landschaften streifen, dabei aber ungleich absurdere (allerdings zugleich auch weniger fantasylastige) Situationen durchstehen.

Wie kann man letztlich auch einem Film böse sein, der die Antagonisten bis ins Lächerliche hinein dämonisiert und der keine Gelegenheit auslässt, jedes Wendungsklischee zu betonen, indem es mit doppelten und dreifachen Böden untersetzt wird? In seinem Bemühen, gute, harte Männerunterhaltung zu bieten, ist „Northmen“ tatsächlich eine im offensichtlichen Scheitern ziemlich charmante Nummer.

*weitere Informationen: siehe Profil

Details
Ähnliche Filme