Man - was für ein merkwürdiger Film. Frauenfeindlicher Quark oder ein Plädoyer für die Selbstverwirklichung der emanzipierten Frau.
Nun es ist die Geschichte der süssen Lee, die in einer Klinik war, weil sie mit einigen psychischen Problemen behaftet ist und das herausläßt, in dem sie an sich selbst herum schnippelt. Ihre Familienverhältnisse sind recht - schräg (die Mutter ist überfürsorglich und der Vater Alkoholiker) - drum ist es nicht verwunderlich, daß Lee ein wenig merkwürdig ist und "Schmerz" als Befreiung empfindet. Seit ihrer Jugend ist sie zwar mit einem Typen zusammen, der zwar nett und "lieb" ist, jedoch etwas "zurückgeblieben". Er kann Lee leider nicht das geben, was sie sucht.
Nun - Lee nimmt eine Stelle als Sekräterin in der Kanzlei des Anwalts Grey an, der selbst etwas "merkwürdig" ist.
Grey findet heraus, das sich Lee immer "selbst" bestraft und verbietet ihr das - er übernimmt das selbst. Für Tippfehler droht nun - Popohaue! Lee findet gefallen daran, und provoziert die Bestrafung - doch das geht nicht lange gut...
Hm - nun die Beziehung zwischen Lee und demundurchsichtigen Anwalt Grey (James Spader, der so spielt, als ob er selber nicht ganz wüsste wie der Charakter angelegt ist) ist zwar interessant zu verfolgen, jedoch ist der "Sakndalfilm" weder Fisch noch Flesich - Drama, eine Priese Erotik, Sodamasochismus oder Komödie (kein Witz) - das aus dieser Arbeits - Situation, bei der viele Frauen bestimmt laut aufschreien würden, eine glückliche Liebesbeziehung entsteht - ist eigentlich nicht richtig nachzuvollziehen (ausser der Zuschauer sagt sich - die Tussi hat eh einen an der Waffel) - aber vielleicht bin ich in diesem Thema nicht so drin - und kann das nicht nachvoll ziehen. Daher nehme ich den Film als Psychodrama, der irgendwie am Schluss in die Komödie abdriftet (der Hungerstreik von Lee ist wirklich abstrus!!).
Handwerklich solide - aber von der Charakterzeichnung sehr undurchschaubar. Die Figuren schrammen hart am Klischee vorbei. Lees Eltern, die selber mit sich nicht zurecht kommen oder Lees bescheuerter Freund - wirken leider nicht ganz glaubhaft - nur Lee selber ist durch die Darstellung von Maggie Gyllenhaal eine Figur, die dem Zuschauer nahe geht - auch wenn man ihre Neigungen nicht teilt. Trotzdem ist ihr Fanatismus und die konsequente Jagd nach "Bestrafung" und "Demütigung" verständlich - sie entwickelt sich von einer grauen Maus, tatsächlich zu einer emanzipierten Frau, die weiß was sie will und seinen es auch "Schläge", die sie nacher gerade zu fordert.
Secretary ist weniger ein Film über Sadomasochismus , sondern eher ein Film über Selbstverwirklichung und den Willen eines Menschen, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Mein Film war es nicht - aber trotzdem ein interessantes Werk, mit dem es sich auseinanderzusetzten mal lohnt!