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Eine Frau wird aus einer psychotherapeutischen Rehabilitationsstätte entlassen. Sie kommt zurück nach Hause, langweilt sich, sucht einen Job. Den findet sie auch, bei einem Anwalt, dem sie fürderhin als kompetente Sekretärin ihre Dienste leistet. Sie erreicht zwar viele Anschläge auf der Schreibmaschine, schreibt jedoch so, wie der Deutsche nach der Rechtschreibreform, nämlich oftmals nicht richtig. Das führt dazu, dass der Anwalt, ihr Chef, der immer hinter einer mächtigen (ob es schwere Eiche ist?) Chefzimmerbürotüre sitzt, diese ihre Fehler bunt, also rot, anmalt und sie später auch mal dafür bestraft – mit dollen Poposchlägen (spanking heißt das wohl). Die Frau findet das gut, da es ihrer geschlechtlichen Disposition ganz entgegenkommt, und so geschieht es, dass sie sich in ihn verliebt.

Wir haben es hier also mit einer kleinen, feinen Auseinandersetzung des amerikanischen Bravbürgertums mit einer ganz-böse-schlimm-Thematik, dem Bereich menschlicher Triebentfaltung, der fälschlicherweise Sadomasochismus resp. heutigentages BDSM geheißen wird, zu tun.
Diese Auseinandersetzung hangelt dabei leider etwas zu sehr an der Klischeewand entlang – die‘unterwürfige’ Frau muss natürlich eine psychopathologische Vorgeschichte zugeorndet bekommen, klar, ist ja auch alles nicht normal. (Nach der modernen Psychologie zwar schon, und Gilles Deleuze schrieb auch einmal etwas dazu, das die perversen Masochisten eigentlich eher als die Starken dastehen lässt, aber halt nicht hier, denn pervers ist pervers).
Ihr Konterpart, der stolze Held, muss dabei natürlich Anwalt sein. Was auch sonst?
Positiv zu werten ist die Tatsache, dass der Anwalt nicht als Sadist dargestellt wird, da wurde dann vielleicht doch zumindest kurz mal im Deleuze geblättert.
Neben der Klischeebehaftung findet endogen allerdings keine wirkliche Auseinandersetzung mit dieser Art von Geschlechtslebensgestaltung statt, und um das Blickchen, welches dann doch mal ins Triebhafte hinabgeworfen wird, noch weiter zu verharmlosen, wurde das Ganze mit komödialem Geschenkpapier verpackt und FSK-16erisch dem schockierten Publikum überreicht.
Als Komödie, das muss man dem Film zugestehen, funktioniert er aber ganz gut. Es gibt einige Stellen, an denen man sich einem ausgelassenen Amüsement hingeben kann; vieles wirkt bizarr verfremdet und bekommt dadurch eine gewisse künstlerische Aufwertung. Für eine Komödie geschieht allerdings zu wenig, man wartet bisweilen etwas ungeduldig auf das Vonstattengehen von Handlung.
Alles in allem ein ganz nettes Filmchen ohne viel Aussagewert, das man sich gut und gern einmal anschauen kann. Aber dieses einmalige Anschauen genügt dann wohl auch.

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