Review
von Leimbacher-Mario
Die Frisur hält
Eine horroraffine Schriftstellerin mit stahlblauen Augen fährt in den Arbeitsurlaub auf eine inspirierende, nahezu ausgestorbene griechische Insel. Blöd nur, dass ihr der unberechenbare Wind bzw. ein wildgewordener Killer einen Strich durch das entspannte Sonnen und Schreiben machen...
Nicht zu verwechseln mit dem neueren „The Wind“ aus vorvorletztem Jahr, ist diese 1986er-Windschnitte eine ganz andere Hausnummer. Die Nebelscheinwerfer machen Überstunden, Meg Foster bleibt eiskalt elektrisierend, Nico Mastorakis bleibt seiner Linie treu und liefert mal wieder (deutlich unter dem Radar vieler) ab. Eine Art 1-2-Punch mit seinem „The Zero Boys“ im selben Jahr. Gefällt mir gut. Darf man gerne wiederentdecken. Ein Mix aus „Black Narcissus“ und „Antropophagus“. Cheesy und sonnig. Die griechische Idylle trägt viel zum Flair bei. Einfach ein solider Midnightwatch. Nicht mehr, nicht weniger. Sympathisch. Simpelst. Eine gute 6 von 10. Mehr nicht, da seine hauchdünne Story doch etwas gestreckt und längenbehaftet wirken kann, da es gegen die Erwartungen kaum Gorespitzen gibt (trotz scharfer Sichel im Einsatz) und da gefühlt doch immer nur an der gleichen Location herumgelaufen wird und es ein einsames Mann-gegen-Frau-Duell bleibt. Ansonsten eine gelungene Vorstellung allerseits. The Meg als Highlight. Und auch zum Glück nicht mit dem eigentlich in meinem Kopf unvermeidbaren letzten Twist bei dem Beruf der Protagonistin...
Fazit: der Wind, der Wind, das teuflische Kind... „The Wind“ punktet mit bezaubernden griechischen Drehorten und der kess-toughen Meg Foster. Die neue Arrow-BR macht wirklich etwas her und liefert diesen Unter-dem-Radar-Flieger in nahezu bestmöglicher Qualität. Wirklich eine Reevaluation wert!