Ende der 80er Jahre hatte Tobe Hooper (Blutgericht in Texas, Poltergeist) sein Pulver bereits verschossen, die Qualität seiner Filme nahm kontinuirlich ab was schon beim Remake "Invasion vom Mars" zum Tragen kam. "Fire Syndrome" ist zwar kein Totalausfall, doch es fehlt nicht mehr viel, das völlig absurde Drehbuch verzapfte Hooper selbst. Eigentlich wirkt seine elfte Regiearbeit wie ein stümperhaftes Plagiat von Stephen Kings "Der Feuerteufel".
1955: Brian (Brian Bremer) und Peggy Bell (Stacy Edwards) sind Testpersonen der Firma Samson, es geht um die Resistenz des menschlichen Körpers gegen radioaktive Strahlung. Wegen eines Serums überleben die Beiden die Explosion einer Atombombe, doch kurze Zeit später bringt Peggy ihren Sohn Sam zur Welt. Aber Brian und Peggy finden kurz nach der Geburt den Tod durch das mysteriöse Feuersyndrom.
1989: Sam (Brad Dourif) hat sich mittlerweile zum Schullehrer gemausert, doch gerade an seinem Geburtstag scheint sich sein Körper zu verändern. Verspürt er Zorn, ist Sam in der Lage andere Menschen in Brand zu setzen, besonders der seltsame Dr. Marsh (Jon Cypher) scheint mehr über dieses Phänomen zu wissen. Sam wird bald mit seiner traurigen Vergangenheit konfrontiert und kann er seiner Freundin Lisa Wilcox (Cynthia Bain) trauen ?
Die erste Viertelstunde macht dem Zuschauer wirklich Mut, denn "Fire Syndrome" beginnt interessant um später immer mehr ad absurdum geführt zu werden. So befinden wir uns hier auf einem Testgelände der Firma Samson in der Wüste Nevadas. Hier bekommen Brian und Peggy Bell schon länger ein Serum verabreicht, welches den menschlichen Körper gegen radioaktive Strahlung immun macht. So setzt man die Beiden in einen Bunker und lässt eine Atombombe hochgehen. Hinterher werden sie als Helden gefeiert, bis sie nach der Geburt ihres Sohnes Sam an spontaner Selbstentzündung sterben. Nun macht Hooper einen enormen Zeitsprung, 34 Jahre später geht das Geschehen weiter. Doch neben der Hauptperson Sam, existieren noch soviele Charaktere, dass man manchmal den Überblick verliert. Sam leidet schon sein ganzes Leben an Fieber, doch an seinem Geburtstag beginnt sich sein seltsames Muttermal auf der Hand zu vergrößern, wenn er wütend wird kommen ganze Feuerbälle aus seinem Körper. Hooper erzählt die Chose nicht nur zu langatmig, sondern die mauen Charaktere interessieren den Zuschauer nicht die Bohne. So beginnt Sam in seiner Vergangenheit zu wühlen, natürlich ist das Militär in seinen Fall verwickelt. Die Story verkommt immer mehr zu einer richtigen Verschwörung.
Es gibt sogar einige Überraschungen, wer in das Ganze involviert ist, auch Sam´s Freundin Lisa offenbart noch ein böses Geheimnis. Trotzdem will "Fire Syndrome" zu keiner Zeit richtig fesseln, geschweige denn unterhalten, weil es einfach immer unübersichtlicher und dämlicher wird. Sam rollt seine Vergangenheit auf, zwischendurch darf er immer mal wieder Menschen in lebende Fackeln verwandeln, damit man nicht ganz das Interesse verliert. Die Pyrotechniker haben größtenteils einen guten Job gemacht, nur in vereinzelten Fällen sehen die Effekte billig aus. Hooper hat sich derweil um soviele Figuren zu kümmern, dass sich zwischen den kleinen Feuereinlagen immer wieder Durststrecken einschleichen. Während seine Nachforschungen über seine vergessene Kindheit noch ein paar interessante Details an die Oberfläche bringen, könnte das Finale nicht dümmer ausfallen. Besonders die aufdringliche Geräuschkulisse verursacht beinahe Kopfschmerzen. Ein wenig enttäuscht darf man auch von Brad Dourifs (Death Machine, Chucky - Die Mörderpuppe) Performance sein, er agiert zu kalt und unsympathisch. Die restliche Riege ist durchweg unterirdisch, der Cameo von John Landis schon fast lächerlich.
Da empfehle ich lieber "Der Feuerteufel", der ist wesentlich actionreicher. Hoopers "Fire Syndrome" beginnt vielversprechend, wird aber kontinuirlich abstruser und langweiliger. Da können auch einige gelungene Feuereffekte nicht mehr viel retten, ausserdem sind die Darsteller dermaßen blass.