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Zuchthäuser, Zofen & Zungenbrecher

Aus dem moorig gelegenen und titelgebenden Knast brechen immer mehr böse Buben aus - alle versumpfen, verschwinden spurlos, alle sollen jedoch auch irgendwie in Afrika gelandet sein mit Postkarten als Beweise. Was ist die Wahrheit? Was weiß der heisse Feger der ansässigen Kneipe? Warum tappt Scotland Yard im Nebel und Dunkeln? Wer spielt hier ein mörderisches Spiel mit wem?

Edgar Wallace-Wannabe aus Bavaria

Im Zuge des britischen Krimibooms machte sich auch die Bundesrepublik an das mörderische Stelldichein. Und phasenweise ist „Das Wirtshaus am Dartmoor“ auch gar nicht übel. Die Darsteller haben Charme, die Sets sind sehr griffig und dicht, die Laufzeit ufert nicht aus, die Frauen flirten enorm ausschnittig und attraktiv, der Score hat Schwung in der Hüfte, das Mysterium macht die meiste Zeit schon neugierig und Lust auf Mehr, Auflösung, Eskalation. In seinen besten Momenten steht dieses westdeutsche Kleinod seinen Vorbildern von der Insel in wenig nach. Doch umso weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr versumpft das Ganze etwas in Kokolores und Stillstand, in Redundanz und „Kenn ich!“. Da fehlt dann für mehr das gewisse Etwas, die Ideen und Überraschungen. Trotz gelungener Knastfilmeinschübe. So bleibt's ein Nice Try. 

Fazit: anfangs äußerst atmosphärischer Germanenkrimi im Edgar Wallace-Stil - später verläuft alles jedoch im Sand und der Bedeutungslosigkeit. Trotzdem retten Moor, Nebel und funny deutsche Akzente den Abend einigermaßen. 

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