Die jüngeren Semester dürften die Vorgänge beim sachgemäßen Sichten diverser Horrorklassiker kaum mehr vor Augen haben, denn diese wie gemalt aussehenden Cover verschiedener Videokassetten waren oftmals der Hingucker, bevor man das Tape aus der klobigen Verpackung nahm. Fulci, Romero, Argento und Lenzi dürfte auch Regisseur und Co-Autor Brett Mullen ein wenig studiert haben, bevor er sich mit seiner Hommage an die Arbeit machte.
In Rockingham gehen die Zombies um und das kam so: Wissenschaftler Dr. Carter verlor jüngst seine Frau und will diese mithilfe eines Serums reanimieren. Experimente mit Friedhofsleichen gingen schief und dann geraten auch noch seine beiden Töchter in Kontakt mit diversen Chemikalien...
Mit der ersten Szene gleicht die Optik der eines Exploitationfilms ab Ende der Siebziger mit entsprechend verwaschenen Farben und fehlenden Kontrasten. Im Hintergrund dudeln minimale, jedoch eingängige Synthesizer in Richtung "The Goblin" und es dauert nicht lange, bis Untote wie in einer beispielhaften Szene eines Romeros klassischer Zeiten umherstreifen.
Hinzu gesellt sich eine solide Kamera, zeitweilig angelehnt an Argento und handgemachte Effekte mit viel Latex und Kunstblut. Diesbezüglich hat jemand seine Hausaufgaben gemacht.
Inhaltlich kommt jedoch kaum Spannung auf, da die Figuren überaus schwache Figurenzeichnungen erhalten, die Mimen durch die Bank daneben performen und einige Dialoge schlicht plump daherkommen. Zudem verfolgt die Geschichte kaum einen roten Faden, sondern hangelt sich oftmals kapitelartig von einem potentiellen Opfer zum nächsten, wobei die Anlehnung an Gordons "Re-Animator" als erzählerisch dominierendes Element reichlich unpointiert daherkommt.
Immerhin erhalten Splatterfans einige handgemachte Einlagen, was sich mit blutigen Einschüssen, Bissen in Hals und Wange, klaffenden Wunden und kleineren Fressszenen bemerkbar macht. Nichts Spektakuläres, jedoch ansehnlich gestaltet.
Die schlichten Kulissen punkten demgegenüber nicht, da das Labor ohne Liebe zum Detail ausgestattet ist und die versierte Kamera kaum kaschieren kann, wie austauschbar Szenen in Wald und Wiese anmuten. Besuche in finsteren Kaschemmen sind allenfalls für Nackteinlagen und das Grindhouse-Feeling zuständig, bringen die eigentliche Handlung jedoch zu keiner Zeit voran.
So mutieren die Töchter des irren Wissenschaftlers zwischenzeitlich zu rücksichtslosen Vamps, unfähige Sheriffs setzen sich über bessere Vorschläge ihrer Deputys hinweg, emotionale Ausschweifungen verpuffen vollends, Einschüsse eines Großkalibergewehrs jedoch nicht.
Auf atmosphärischer Ebene werden Nostalgiker durchaus angesprochen, Optik und Akustik umgibt das Flair der Genrefilme bis Anfang der Achtziger, die eher konzeptlose Story erzeugt indes kaum Suspense, da die Erzählung zu fahrig ist und keine wirkliche Dramaturgie auszumachen ist.
Spornt eher dazu an, den Videorekorder zu reaktivieren, sofern sich darin nicht noch Bandsalat befindet...
5 von 10