Review

Prinzipiell bieten Episodenfilme Abwechslung durch stets neue Geschichten, doch vorliegende mexikanische Kollektion kommt nicht sonderlich inspiriert daher.

Acht Kurzfilme von acht verschiedenen Regisseuren starten mit einem ungünstigen Einstieg, als ein Reporter ein Gang-Mitglied trifft, welches ihm etwas offenbart.
Leider entspricht dies keiner Pointe, sondern man baut auf den vermeintlichen Schock der letzten Einstellung, was aufgrund der lahm aufgezogenen Vorgeschichte völlig verpufft.

Die zweite, etwas bessere Geschichte berichtet von zwei Räubern, die sich in einem alten Gemäuer verstecken, bis sie ein weiblicher Geist heimsucht.
Solide Mimen treffen auf eine gekonnte Kamera, die eine Softsexszene recht ästhetisch einfängt. Eine schlüssige Pointe sucht man allerdings auch hier vergebens.

Story drei ist etwas tumb, denn eine junge Frau findet eine Zigarette bei einer Leiche und raucht diese etwas später. Dann erscheint ihr ein Dämon, der binnen zwölf Stunden das Jungfrauenblut ihrer Schwester verlangt. Schlechter Schnitt, blasse Mimen, misslungene Schockeffekte, jedoch mit einer makaberen Schlussszene versehen.

Die vierte Episode ist etwas für Trashfreunde, denn ein junges Paar in einer Waldhütte wird mit einem Gnom konfrontiert, der eigentlich nur stiehlt. Gegebenenfalls auch Jungfräulichkeit.
Etwas peinlich ist der Einsatz eines Vintage-Filters, denn die Bildstörungen passen rein gar nicht, wenn jemand sein Handy an eine Soundbar anschließt. Zudem hatten die Macher augenscheinlich Rabatte auf Latex und Glimmersoße, denn nur so erklärt sich die Aufmachung des Gnoms, einschließlich Pimmel in mehrfacher Nahaufnahme.
Die garstige Auflösung versöhnt allerdings ein wenig.

Die darauf folgende Geschichte beschäftigt sich mit Leichenfledderei mit nekrophilen Tendenzen, was zarte Gemüter gewiss erzürnen dürfte. Hinsichtlich der Moral der Geschichte bleibt die Angelegenheit eher ohne Aussage. Handwerk und Darstellerleistungen gehen in Ordnung.

Nummer sechs in Schwarzweiß widmet sich dem klassischen Motivs eines Slashers, als eine Frau in einer Sumpfgegend vor ihrem Schlächter zu fliehen versucht. Passable Mimen treffen auf eine sauber geführte Kamera, das Timing ist effektiv und die Auflösung einigermaßen stimmig.

Die vorletzte Geschichte ist aufgrund einiger Alptraumsequenzen und kurzer Rückblickschnipsel unnötig wirr aufgezogen: Ein Typ schnappt sich eine Leiche und macht diese per Ritual wieder lebendig, um mit ihr in der Wüste ein perfides Spiel zu treiben.
Optisch überambitioniert kann man zumindest mit der Aussage der Geschichte leben.

Das Finale ist deutlich von „From Dusk Till Dawn“ abgekupfert: Die Tänzerinnen eines schlüpfrigen Clubs verwandeln sich in blutrünstige Furien. Immerhin ist hier ordentlich Splatter im Spiel, die handgemachten Effekte überzeugen ebenso wie der handwerkliche Aspekt, während der Sinn des Ganzen etwas auf der Strecke bleibt.

Insgesamt sind lediglich drei von acht Episoden leicht überm Durchschnitt angesiedelt, der Rest ist teils ideenlos, teils ohne irgendeine Aussage. Bezüge zu landestypischen Legenden, Bräuchen oder Mythen finden sich allenfalls am Rande und es gibt nicht eine Kurzgeschichte, die sich etwas lockerer gibt oder gar Humor einstreut.
Eine Anthologie ohne Höhepunkte.
5 von 10

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