Mit geschätzten 50.000 Britischen Pfund lässt sich schon ordentlich mit Blut und Gekröse schmöddern. Den Wald als Hauptschauplatz gab es umsonst und ein paar marode Gemäuer sind ebenfalls leicht ausfindig zu machen. Dennoch fertigte Regisseur David Ryan Keith das Drehbuch für seinen Slasher selbst an und heuerte eine Handvoll Mimen aus der näheren Umgebung an, woraufhin sich die Frage stellt, wo der Rest des Budgets geblieben ist.
Vor zwanzig Jahren erschütterte eine Mordreihe um einen Farmer das Redwood Gelände. Nun wollen in der Nähe fünf junge Leute campen und den Ort des damaligen Geschehens begutachten und bemerken nicht, dass ein vermummter Killer bereits in den Startlöchern steht…
Die ungelenk chargierenden Mimen stechen natürlich sofort ins Auge, während zu gleicher Zeit die Synchro in den Ohren blutet. Für einen potenziellen Sympathieträger sind somit alle Möglichkeiten verbaut, zumal die flachen Figurenzeichnungen nicht über die Zicke und die weitgehend stummen Kerle mit starren Gesichtsausdrücken hinauskommen. Eine Truse mit T-Shirt Aufdruck „Vegetarian“ (der sich wohl auf dem darüber abgebildeten Dino bezieht) bleibt immerhin weitgehend neutral, - zumindest, bis es ans Eingemachte geht und sich irrationale Verhaltensweisen im 30-Sekunden-Takt häufen.
Der Killer stammt derweil aus dem Baukasten üblicher Backwood-Slasher: Blaue Latzhose, Vogelscheuchen-Maske, kariertes Hemd, komplett schweigsam und zumeist mit einer Axt unterwegs, sofern nicht gerade Machete oder Sichelmesser greifbar. Mit blutigen Taten lässt er es ordentlich suppen und krachen, auch wuchtige Faustschläge zählen zum einschüchternden Repertoire. Dennoch bleibt seine Erscheinung komplett austauschbar.
Gleiches gilt für die dünne Handlung, die einfallslos, uninspiriert und kaum spannend vor sich hin plätschert, bevor es im finalen Drittel, trotz einiger hanebüchener Begebenheiten immerhin ein wenig temporeicher zugeht. Doch auch hier wird kaum ein Klischee ausgespart, einschließlich des unkaputtbaren Killers und den damit verbundenen, viel zu laschen Maßnahmen an Gegenwehr.
Und während der Score zuweilen völlig drüber dudelt, nicht schlecht klingend, jedoch viel zu vordergründig eingesetzt, ist zumindest auf handwerklicher Ebene das meiste im Lot. Splatterfreunde werden immerhin einigermaßen bedient und eingefleischte Fans grobschlächtiger Slasherkost gehen nicht gänzlich leer aus, doch ein Alleinstellungsmerkmal kristallisiert sich innerhalb der 82 Minuten nicht heraus, wodurch er binnen kurzer Zeit komplett vergessen sein dürfte.
3,5 von 10