„Mermaid in a Manhole" heißt dieser sechste und letzte Teil der „Guinea Pig"-Reihe (die letzten beiden Teile sind Making Off's und somit keine eigenständigen Teile). Ein Maler dessen Frau kürzlich verstarb zieht sich in die Kanalisation zurück um nach Inspiration zu suchen. Er begegnet dabei einer junge Frau mit einem Fischschwanz - eine Meerjungfrau. Die beiden kommen ins Gespräch, doch plötzlich bemerkt der Maler, dass die Meerjungfrau eine böse Infektion hat. Er nimmt sie mit zu sich nach hause um sie zu versorgen.
OK, das alles klingt alles mehr als bekloppt. Ich habe auch lange gezögert, bis ich mich in einer gelangweilten Stunde durchringen konnte, mir der Vollständigkeit halber auch diesen letzten Teil rein zu tun, nachdem ich das in dieser Reihe bisher Gesehene überwiegend als Murks empfand.
Anfangs sah ich mich in meiner Skepsis sogar bestätigt, denn die ersten zehn bis zwanzig Minuten waren doch sehr langatmig. Als dann aber unsere Meerjungfrau in der Badewanne des Malers lag und sich die Ekzeme und Geschwülste über den ganzen Körper ausbreiteten, fing die Sache an, richtig eklig zu werden - also spaß zu machen. Als sich dann sogar anfing der ganze Körper unserer Meerjungfrau, in wohliger Fäulnis zu ergehen und aus den sich öffnenden Geschwülsten Massen von Würmer hervortraten (ich glaube ich habe drei verschiedene Arten gezählt), und der Maler begann, die faulende Meerjungfrau mit ihren eigenen Sekreten zu malen, erreichte das abartige Treiben seinen Höhepunkt.
Wenn es das so gewesen wäre, hätte ich gesagt: "Fünf Punkte für tolle Maske und Effekte - aber eine saudumme Story". Nun kann man aber eine Story erst ganz am Schluss bewerten.Teils habe ich gehofft, dass es noch eine echte Pointe gibt, teils habe ich es geahnt. Zu wunderlich verhält sich unser exzentrischer Künstler. Ich denke mit meiner Ahnung bin ich auch nicht allein gewesen. So nimmt die Handlung dann zum Ende hin eine fast schon tragisch- poetische Wendung, die vom Regisseur sehr phantasievoll ausgeschmückt wurde und wir hier eine echte kleine schmutzige Horrorgeschichte haben, die sich Halbwüchsige gerne am Lagerfeuer im Feriencamp erzählen und die filmisch sehr effektvoll und sehr eklig umgesetzt wurde. Diese von mir herbeigesehnte und erhoffte Wendung gab dem ganzen Film in seinen Schlussminuten noch den entscheidenden Kick in die richtige Richtung. Oft sind es fünf Minuten Film, die aus Mittelmaß was richtig Gutes werden lassen. Es sei mir gestattet den Schlussendlichen Ausgang hier offen zu lassen.
Wenn ich jetzt hier nach sechs Folgen „Guinea Pig" ein Resümee ziehen soll, so kann ich mich persönlich nur über den Mythos wundern, der dieser Reihe vorauseilt. Die Filme empfand ich zum Teil als Schrott. Für mich hat die Reihe mit „Mermaid in a Manhole" ihren Höhepunkt erreicht. Zudem wusste „Android of Notre Dame" zu gefallen. „Flowers of Flesh and Blood" ließ den Zuschauer zumindest durch die Effekte zu erschaudern. Der Rest ist Schweigen.