Review

Nach dem Tod seiner Frau findet ein Maler nur noch in der Einsamkeit der Kanalisation Inspiration für seine Kunst. Eines Tages stößt er dort jedoch nicht nur auf vergammelte Puppenköpfe und tote Bisamratten, sondern auf eine gestrandete Meerjungfrau. Mehr noch: Er erinnert sich, daß er eben dieser Meerjungfrau schon einmal als Kind begegnet ist, als an Stelle der Kanalisation noch ein Fluss verlief. Er macht sich gleich ans Werk und zeichnet wild drauf los, bis er entdeckt, daß die Meerjungfrau verletzt ist. Um sie zu kurieren, quartiert er sie in der heimischen Badewanne ein - und dann geht's rund...

Abgesehen davon, daß die Grundstory auch einen "poetischen, nachdenklichen Film über den Verlust der Jugend" abgeben würde, war ich von diesem meinem ersten Guinea Pig-Film durchaus angetan.
Was man so von Teil 1 & 2 gehört hat, ist dieser Film in puncto Gewalt wohl eher Mittelmaß, und ich muß sagen, daß mein Frühstück während des Filmgenusses auch keine Anstalten machte, den Weg zurück nach oben anzutreten, trotz Würmerkotzen und ähnlichen Leckerlies. Das ganze hat einen zu surrealen, comichaften touch, um wirklichen Ekel zu erzeugen - "In meinem Körper fließt Eiter in sieben Farben", wimmert die Nixe, und was tut unser pragmatisch orientierter Künstler? Er stellt sieben Glasschalen neben die Badewanne (für jede Farbe eine) und nutzt die preiswerte Farbauswahl gleich für ein paar Gemälde. Wäre der Eiter nicht in allen Regenbogenfarben ausgetreten, sondern in amtlichen Eiterfarben, dann hätte sich mein Frühstück die Sache vielleicht auch noch mal überlegt - so musste ich bisweilen an eine provokante Abschlussarbeit an der Kunstakademie denken.
Aber keine falschen Schlüsse: Der Todeskampf der Nixe ist nicht schön anzusehen, schwärende Eiterblasen und herausquellende Augäpfel sind nichts für den romantischen Videoabend zu zweit! Dazu kommt eine düstere, nihilistische Atmosphäre, die die unfassliche Trauer des Malers sehr gut wiederspiegelt, und eine makabre, wenn auch naheliegende Pointe. Insgesamt wird einem in knapp 60 Minuten einiges geboten, Langeweile kommt trotz einiger Längen nicht auf, dazu ringeln sich die Würmer zu schön im eigenen Schmodder...
Vielleicht macht ja Takashi Miike mal ein Remake, dann könnte ein richtig ansehnlicher Film daraus werden.

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