"Android of Notre Dame" war ja schon düster, schon verstörend und schon völlig abgedreht. Doch "Mermaid in a Manhole" legt sogar noch einen drauf. Schauspielerisch und filmtechnisch ist der Film auf höchstem Niveau, somit wird bedrohlichste Atmosphäre garantiert. Die Story ist genauso einzigartig und diskussionswürdig wie die der anderen Teile. Ein Maler lässt sich in der Kanalisation oft zu Bildern inspririeren. Eines Tages findet er dort eine Meerjungfrau, die er zu sich mit in die Wohnung nimmt. Doch bald leidet die Meerjungfrau unter enormen Schmerzen und an ihren Körper bilden sich immer mehr komische Blasen, aus denen sogar Würmer kriechen. Aus dem Blut und den Flüssigkeiten, die aus den aufgeplatzten Blasen kommen, malt der Maler sein neuestes Bild: die im Sterben liegende Meerjungfrau. Als diese dann endgültig gestorben ist, dreht der Maler durch.
Von "Mermaid in a Manhole" war und bin ich absolut begeistert, denn er ist nicht nur der professionellste Film der Reihe, sondern er bringt auch tatsächlich etwas Tiefgang mit. Sinn sollen die "Guinea Pig"-Filme sicher alle haben, nur dieser bleibt dem Zuschauer vorenthalten. Genau das macht die Reihe auch so umstritten und vergöttert. Bis auf Teil 4, der total beschissen ist, und Teil 2, den ich noch nicht gesehen habe, hat mich wirklich jeder "Guinea Pig" überzeugt. So abstoßend, so anders und so abartig sie auch sind, sie haben eine Eigenschaft, durch die die Filme zur Kunst werden. Es passiert nicht viel, trotzdem ziehen sie einen in ihren Bann und sie faszinieren einen auf ihre ganz eigene Art und Weise.
Das ist teilweise richtig märchenhaft, was in "Mermaid in a Manhole" geschieht. Teilweise sogar dramatisch. Es gibt wohl kaum andere Filme, die so schwer zugänglich und provokant sind wie die "Guinea Pig", dennoch rate ich jedem, der die Möglichkeit hat, sich die Filme anzusehen. Man sollte sich nur bewusst sein, dass die Werke schockierender, abstoßender und beängstigender nicht sein können. Dennoch sind sie für mich Kunst. Schon allein die Effekte sprechen für sich, die diesmal eher eklig als brutal ausfallen. Zum Schluss hin gibt es aber auch noch die ein oder andere Splatterszene. Was aber an Effekten geboten wird, ist schlichtweg genial und unübertreffbar. Da setzten die "Guinea Pig"-Filme neue Maßstäbe.
Die einzige Schwäche, die "Mermaid in the Manhole" hat, ist, dass er 5 Minuten zu lang dauert. Besser wäre es meiner Meinung nach gewesen, den Film nach der Kamerafahrt über die auseinandergenommene Frau zu beenden. Dann wäre alles NOCH düsterer geworden. Nichts desto trotz hat mich "Mermaid in a Manhole" mehr als nur überzeugt, ein geniales Stück an Film! 9/10 Punkte