Als Kommissar Carl Morck (Nikolaj Lie Kaas) spät abends das Polizeirevier verlässt, wird er von einem Betrunkenen angesprochen, der ihm die Akte eines alten Falls geben will. Carl lehnt ab, doch wenig später wird die Akte neben der Leiche des Mannes gefunden. Gemeinsam mit Kollegen Assad (Fares Fares) nimmt Carl die Ermittlungen in einem 20 Jahre zurückliegenden Doppelmord auf…
„Wenn man das macht, was ich mache, findet man heraus, dass alle Menschen lügen stehlen und Geheimnisse haben.“ Und die Ermittlungen im Fall des lange zurückliegenden Mordes an einem Geschwisterpaar in einer Eliteschule werden Laune und Weltanschauung von Kommissar Carl Morck nicht verbessern können. Auch in der Verfilmung des zweiten Romans von Jussi Adler-Olsen um den Chefermittler des Sonderdezernats Q der Kopenhagener Polizei – nach „Erbarmen“ (2013) – ist er das Urbild des gebrochenen Mannes im Polizeidienst. „Carl geht es am besten, wenn er arbeitet.“, weiß Kollege Assad, sein gutes Gewissen und im entscheidenden Moment auch Schutzengel. Von ihrer neuen Sekretärin nach seiner Motivation befragt, antwortet er mit einer Selbstverständlichkeit, die berührt, „er hat niemand, er ist ganz allein!“ Nikolaj Lie Kas und Fares Fares füllen beide Rollen wieder perfekt aus und überspielen, dass hier doch das ein oder andere Klischee bedient wird. Das nur angerissene, gestörte Verhältnis zwischen Carl und seinem Sohn ist ein weiteres Beispiel. Und im Finale, wenn ein Opfer nach Rache schreit, sieht die Obdachlose Kimmie plötzlich der Lisbeth Salander (aus „Verblendung“ 2009 und 2 Fortsetzungen) verdammt ähnlich..
Doch genug der Kritik, „Fasandræberne“ (Originaltitel, den unpassenden Titel „Schändung“ trägt bereits die deutsche Ausgabe des Romans) ist ein weiterer stimmungsvoller Thriller aus Dänemark, wieder mit finanziert vom ZDF und norddeutscher Filmförderung. Spannende Unterhaltung, nicht ohne Gewaltspitzen (FSK16), über 120 min. (7,5/10)