Eine Mischung aus Damien und Kevin McCallister
Der kleine Mikey kommt in eine neue, liebende und vorzeigbare Adoptivfamilie, weil seine bisherigen "Gastgeber" grauenhaft und etwas mysteriös ermordet wurde - und es weiß niemand, dass es der Racker höchstpersönlich war und er mehr als nur einen kleinen Knacks weg hat...
Eine Umarmung reicht hier definitiv nicht...
Mehr 90s-Zeitkolorit muss erst noch ein anderer Film vorweisen... "Mikey" ist ein sehr seltsamer, tonal verwirrter Horrorthriller. Und diese tonalen Ungereimtheiten tragen hier ausnahmsweise für mich zur positiven Rezeption bei. Mal hysterisch lustig und bescheuert. Dann aber wieder mit richtig fiesen und galligen Momenten. Super gespielt von dem Kleinen. Mit ungeniert vielen "Bad Child"-Klischees. Aber genauso kreativen Mordmethoden. Insgesamt eine schmunzelig-vorhersehbare "Reise" - die aber währenddessen höllisch Spaß machen kann. Wenn einem die satirischen oder gar unfreiwillig komischen Momente nicht zu übel aufstoßen, alles gar nicht mehr ernst nehmen und direkt als fehlgeschlagenen Film abspeichern lassen. Wenn man mit tonaler, verunsichernder Verwirrung umgehen kann und sich gar darauf einlässt, dann hat "Mikey" schon etwas auf dem Kasten. Ob das alles so gewollt ist, ist eine andere Sache. Plus wie gesagt, die Mode, Mädels und Co. von Anfang der 90er sind eine Liga für sich. Erst recht wenn man damals ebenfalls noch ein Mini war - sich aber lebhaft daran erinnert!
Fazit: genauso creepy wie schwarzhumorig... "Mikey" ist keine reine Witzfigur und böse genug, damit es einem eiskalt den Rücken runterläuft. Mit ein paar echten Abgründen. Trotz etlicher unfreiwillig komischer Drehbuchmomente!