"Happy New Year": Ein Bollywood-Raub, der Feuerwerk und Funken verspricht
„Happy New Year“, Farah Khans neuester Film, ist ein glitzernder Bollywood-Blockbuster, der in puncto Budget und Inszenierung keine Kompromisse eingeht. Mit einem Gesamtbudget von 140 Crore INR und einer beeindruckenden Besetzung, darunter Shah Rukh Khan, Deepika Padukone und Abhishek Bachchan, sollte dieser Film alles bieten – von grandiosen Tanznummern bis hin zu einem spannenden Heist-Szenario.
Zu den größten Stärken von „Happy New Year“ gehören ohne Zweifel die schillernde Ausstattung und das beeindruckende Produktionsdesign. Die aufwändige Inszenierung des World Dance Championship (WDC) und die opulente Darstellung des luxuriösen Shalimar Safe in Dubai tragen dazu bei, dass der Film visuell überwältigend ist. Auch die Verwendung von Spezialeffekten und der aufwendige Setbau sind bemerkenswert und tragen zur glamourösen Atmosphäre bei.
Die Besetzung liefert durchweg solide Leistungen ab. Shah Rukh Khan als Charlie Sharma bringt Charme und Witz in die Rolle des Rächers, der ein Team von Losern zusammenstellt, um einen großen Diamantenraub durchzuführen. Deepika Padukone, die Mohini spielt, bringt eine frische Energie und Eleganz in den Film, die ihre Chemie mit Khan verstärkt. Besonders Abhishek Bachchan überzeugt in seiner Doppelrolle als Nandu Bhide und Vicky Grover, was die Komplexität seiner Darstellung unterstreicht.
Die Musik von Vishal-Shekhar ist ein weiteres Highlight. Lieder wie „Indiawaale“ und „Manwa Laage“ sind eingängig und tragen zur festlichen Stimmung des Films bei. Die musikalische Untermalung unterstreicht nicht nur die Tanznummern, sondern auch die emotionale Tiefe der Charaktere, insbesondere in den romantischen Szenen zwischen Charlie und Mohini.
Trotz seiner visuellen Pracht und der starken Darsteller weist „Happy New Year“ auch einige Schwächen auf. Die Handlung selbst wirkt manchmal als wäre sie in einem Zirkus von Klischees und Übertreibungen gefangen. Der Plot, der eine Mischung aus Heist-Film und Tanz-Competition darstellt, kann in seiner Durchführung übertrieben und unglaubwürdig erscheinen. Die lange Laufzeit von über zwei Stunden hätte straffer gestaltet werden können, um die Spannung aufrechtzuerhalten und die Erzählung fokussierter zu machen.
Das Drehbuch ist eine weitere Schwäche des Films. Während die Idee, eine Tanzmannschaft in ein Heist-Szenario zu integrieren, originell ist, scheitert die Umsetzung häufig daran, konsistent und logisch zu bleiben. Die zahlreichen Wendungen und Verwicklungen wirken oft konstruiert und tragen nicht immer zur dramaturgischen Tiefe bei. Die Darstellung der Figuren als unfähige, aber letztlich erfolgreiche Diebe wirkt gelegentlich unplausibel und übertrieben.
Ein weiteres Manko ist das Tempo des Films. Die Mischung aus Tanzwettbewerb und Heist-Elementen führt zu einem unausgewogenen Erzählfluss, bei dem die Spannung des Raubüberfalls immer wieder durch die Tanznummern unterbrochen wird. Dies kann die Zuschauer ermüden und den Gesamteindruck trüben.
„Happy New Year“ ist ein visuell beeindruckendes und musikalisch unterhaltsames Spektakel, das vor allem durch seine starbesetzte Riege und die glamouröse Inszenierung besticht. Die Stärken des Films liegen in der opulenten Ausstattung, der ansprechenden Musik und den starken Leistungen der Darsteller. Dennoch wird der Film durch eine unstrukturierte Handlung, ein überladenes Drehbuch und ein manchmal ungleichmäßiges Tempo beeinträchtigt. Trotz dieser Schwächen hat der Film eine große Fangemeinde gefunden und sich als erfolgreicher Blockbuster etabliert, was zum Teil durch seine festliche Atmosphäre und den starken Star-Faktor bedingt ist.