Review

Also, worum geht’s? Eine Gruppe junger Leute fährt zu Halloween mit einem Wohnmobil quer durchs Land, um das ultimativ gruseligste Spukhaus zu finden – und zwar nicht so ein Standard-Ding mit Plastik-Skeletten, sondern so richtig abgefuckt, düster, verstörend. Sie wollen quasi das realste Haunted House-Erlebnis überhaupt. Und wie es natürlich kommen muss: Am Ende stoßen sie auch auf was „Echtes“ – nur nicht im positiven Sinn.

Die erste Dreiviertelstunde? Joa...

Kann man ehrlich gesagt vergessen. Das wirkt eher wie ’ne Doku über gelangweilte YouTuber, die auf ein Festival fahren. Viel belangloses Gequatsche, mäßig interessante Begegnungen und reichlich Szenen, die man locker hätte kürzen oder ganz weglassen können. Der Film tritt da ziemlich auf der Stelle und versäumt es, frühzeitig Spannung oder Atmosphäre aufzubauen.

Aber dann…

Wenn die ersten Begegnungen mit diesen mysteriösen, fast schon kultartigen Psychofiguren anfangen – besonders auch mit dem gruseligen kleinen Mädchen – dann wird’s langsam was. Ab da kommt Fahrt rein, die Atmosphäre wird dichter, die Bedrohung greifbarer. Plötzlich ist dieses Found-Footage-Konzept gar nicht mehr so nervig, sondern sogar effektiv.

Die letzte halbe Stunde? Die ist echt solide. Da ist Spannung da, da ist Terror, da ist endlich das, was man sich die ganze Zeit erhofft hatte.

Schauspielerisch? Durchschnitt.

Da ist jetzt niemand dabei, der großartig aus der Masse hervorsticht. Aber sie machen ihren Job. Wenn die Panik ausbricht, nimmt man’s ihnen schon ab – es wirkt nicht komplett aufgesetzt. Und auch wenn die Darsteller eher wirken wie echte Leute mit Handkamera, passt das irgendwie zum Vibe des Films.


Fazit:

Der Film ist ein klassisches Beispiel für: Langsam in Gang kommend, aber gegen Ende durchaus sehenswert. Wer sich von der zähen ersten Hälfte nicht abschrecken lässt, wird in der zweiten mit düsterem Terror, unangenehmen Momenten und einer packenderen Atmosphäre belohnt. Kein Meilenstein des Horrorgenres, aber ein Found-Footage-Vertreter, der im letzten Drittel zeigt, was er draufhat.

Nicht überragend, aber: Für einen düsteren Halloweenabend kann man ihn sich durchaus geben.

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