Review
von Leimbacher-Mario
Doomsdays For Future
Danny ist ein Außenseiter an der Schule und sein blonder Schwarm denkt nichtmal daran ihm eine Chance zu geben. Bei seinem kleinen Bruder sieht’s ähnlich aus, doch der scheint immerhin Eier zu haben. Selbst bei wochenlangen Temperaturen von über 35 Grad „dank“ Trump, den Klimakrisenleugnern und unser aller Egoismus. Doch dann geschieht etwas Unglaubliches: fischähnliche Kreaturen steigen rund um Dänemark und scheinbar überall auf der Welt aus dem Wasser (!), da ihnen dieses anscheinend zu ungemütlich wurde. Oder ihre Spezies einfach nur überleben will. Wer will es ihnen verübeln. Vielleicht sind sogar ein paar Rachegedanken dabei, da wir Landbewohner ja den Löwenanteil zur Zerstörung unser aller Planeten beitragen. Ausgerüstet mit einem super Gehör aber ansonsten eher mäßigen Sinnen, scheinen sie definitiv Fleischfresser zu sein. Die schwitzenden Menschen werden erstmal überrannt und in die Enge getrieben, Danny und sein Bruder sind auf sich allein gestellt und verbarrikadieren sich im Keller...
„Dannys Doomsday“ hat blöde Figuren aber sympathische Darsteller. Eine frische, brandaktuelle, vollkommen reale Ausgangslage und ein wahnwitziges Folgeszenario. Witzige Viecher aber viel zu wenig Screentime für diese und obendrauf einen abgedroschenen, generischen Verlauf. Mut aber wenig Budget. Kernkompetenzen aber kaum Highlights. Insgesamt also ein höchst zweigeteiltes Schwert, mit Stärken und Schwächen gleichermaßen verteilt. Man will ihn mögen, kann ihn aber nur sehr bedingt loben. Man will staunen, fängt dann aber (trotz kurzer Laufzeit) irgendwann an auf die Uhr zu schauen. Man will ihn weiterempfehlen, weiß aber, dass das am Standard gemessen den meisten einfach nicht reichen wird. Es werden Erinnerungen von „War of the Worlds“ bis zu Belagerungsszenarios ala „Night of the Living Dead“ oder „Signs“ wach, nur vom Gefühl her gemacht für das erste dänische Fernsehen oder das Spätprogramm des dortigen Kinderprogramms. Obwohl eigentlich auch der Nachmittag geht, da kein Tropfen Blut fließt. Sehr zahmer Thrill. Schnell vergessen. Mit Wohlwollen okay.
Fazit: A Danish Quiet Place?! Alles schonmal dagewesen, oft auch besser. Hier nur maximal in TV-Quali und erstaunlich arm an Höhepunkten. Und dennoch mag man diese nordische Fischkreatur-Apokalypse seltsamerweise gut leiden. Süß und ungefährlich und irgendwie wie in alten Zeiten. Seichte Unterhaltung. Nicht trashig sondern einfach einfach gestrickt. Und mit einer interessanten Aussage zum Thema der Stunde, dem Klimawandel. Sähe man die Monster doch nur ein wenig öfters...