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Hayao Miyazaki, der große Mann des japanischen Anime, hat seine Finger wirklich überall drin. Auch in dem hier besprochenen Lupin III Film führte Miyazaki Regie. Und wie eigentlich immer, war auch dieser Film ein großer Erfolg.


Mit vollen Geldsäcken stürmen Lupin und sein Freund Jigen aus einem Casino und können ihre Verfolger abschütteln. Doch lange währt die Freude nicht. Lupin hat nur Blüten entstanden. Dies erinnert ihn an einen Ort, Cagliostro, wo die Blüten angeblich herkommen. Nach einer Reifenpanne, sehen sie, wie eine junge Frau von einer Bande Zwielichter Typen verfolgt wird. Bei der Rettungsaktion wird Lupin verletzt und ist kurze Zeit bewusstlos. Die Zeit nutzen die Typen, um die Frau wieder zu entführen. Doch sie hat Lupin einen geheimnisvollen Ring hinterlassen. Nach und nach erinnert sich Lupin an das Mädchen, und das er schon mal in Schloss Cagliostro war. Lupin findet heraus, dass der Graf des Schlosses die junge Frau, Clarissa, ebenfalls vom Stamme Cagliostro, heiraten will, um an einen legendären Schatz zu kommen. Lupin will nunh alles daran setzen, Clarissa aus der Hand des Grafen zu befreien. Viel Zeit hat er nicht, denn die Hochzeit ist in 5 Tagen und das Schloss des Grafen gleicht einer Festung. Lupin braucht Hilfe von Jigen, dem Samurai Goemon und sogar von seinem Feind, Inspektor Zenigata, der normalerweise alles dran setzt, um den Meisterdieb Lupin endlich zu verhaften...


Auch dieser Lupin-Film erinnert mich an meine Kindheit, schon im Alter von sechs Jahren oder so habe ich diesen Film gesehen und dann immer wieder mal. Damals hieß Lupin allerdings Hardyman und der Film war vollkommen sinnentstellt. Die Story wurde verändert, war brachial geschnitten, jede Person hieß anders. Kein Wunder, war die Figur Lupin in den 80er Jahren sicherlich alles andere als groß bekannt in Deutschland und so musste man halt einen Film erschaffen, der als völlig eigenständig durchging. So gab es den Samurai Goemon z.B. gar nicht im Film, alle relevanten Szenen wurden geschnitten, so dass auch viel Handlung und der eigentliche Sinn verloren ging.
Die Zeiten ändern sich, im Zeitalter der DVD ist nun zum Glück vieles anders geworden und man bekommt diesen Lupin-Film endlich so in der Form, wie er immer ausgesehen hat. Keine entstellte Synchro, keine sinnlosen Schnitte mehr. So soll’s sein.

Zeichnerisch merkt man dem Film sein Alter natürlich an, auch wenn die Animationen mir dennoch sehr gut gefallen. Im Widescreenformat gedreht erstrahlt der Film nun im vollen Glanze und wird jeden Animefan erzücken.
Auch inhaltlich wird einiges geboten. Über weite Strecken ist der Film recht humorvoll, biete aber auch einige, natürlich extrem übertriebe Actionszenen, doch dies macht nichts, es passt zum Film. Teilweise wirkt die Figur des Lupin wie eine Art Superman, der selbst Häuser runterlaufen kann und mit gewaltigen Sprüngen fast von Dach zu Dach springt.
Hinzu kommen weitere Gegebenheiten Japans. Auch wenn Cagliostroein fiktiver Ort ist, treten hier eine Art Ninja mit Krallen auf, die Lupin mehr als einmal das Leben schwer machen.

Auch Lupins Gegenspieler, Inspektor Zenigata, ist der typische Brachialpolizist, der sich extra von der japanischen Polizei nach Interpol hat versetzen lassen, um Lupin auf der ganzen Welt zu jagen. Dabei überschreitet er auch mehrmals seine eigentliche Kompetenz, was auch zu vielen lustigen Szenen zwischen Lupin und Zenigata führt. Aber auch in diesem Film wird Zenigata nicht das Glück haben, Lupin irgendwann fassen zu können.

Natürlich wird das Geheimnis von Schlioss Cagliostro gelöst, doch bis dahin muss Lupin einiges überstehen und kommt dem Graf und seinen Schergen mehr als einmal in die Quere. So bleibt der Film 100 Minuten lang spannend und witzig, eben ein gelungener Film von Hayao Miyazaki.


Fazit: Schon aus nostalgischen Gründen musste ich mir „Das Schloss des Cagliostro“ kaufen, und der Film hat nichts von seiner Faszination verloren, besonders, da er jetzt endlich in der Originalfassung verfügbar ist. Auch wenn man bis dato noch nie was mit Lupin zutun hatte (ich schließe mich da ein), kann man der Story ohne Probleme folgen und weiß relativ schnell, wer die betreffenden Personen sind. Eine Kenntnis der Serie ist daher nicht wirklich zwingend erforderlich, einen kurzen Überblick kann man sich auf zig Websiten über die Charaktere kurz anlesen. So bekommt man jede Menge Witz und Action geboten, eben mal wieder ein äußerst gelungener Film von Miyazaki.

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