Lupin, seines Zeichens Dieb vom Dienst, ist nicht nur auf der Flucht vor Interpol, er hat sich auch mit dem Regenten des Fürstentums Cagliostro angelegt. Dieser will die Hochzeit mit Clarissa erzwingen, die er gefangen hält.
Basierend auf der Mangaserie „Lupin III“ entstand Ende der 1970er Jahre dieser Anime, der zweite Film um den umtriebigen Dieb. Dieses Mal unter der Regie von Hayao Miyazaki, für den dieses Werk sein Spielfilmdebüt darstellte. Miyazaki, der später mit Studio Ghibli weltweite Erfolge feiern sollte, schrieb auch am Drehbuch mit und so ganz neu war das Sujet für ihn nicht, war er doch auch schon an der Entstehung der vorangegangenen Serie beteiligt.
Dass hier manches wie Autos und Umgebung europäisch wirkt, kommt nicht von ungefähr. Miyazaki war in den 1970er Jahren an der Umsetzung der Serie „Heidi“ beteiligt, wodurch hier auf diverse Entwürfe zurückgegriffen wurde, ebenso wie auf Bilder insbesondere italienischer Landschaften und Architektur. Musikalisch gibt sich der Film jazzig und orchestral, gerne hierdurch auch mal den temporeichen Charakter unterstreichend, denn zwar geht das hier erzählerisch nicht in die Tiefe, aber flott vonstatten.
Was mir nicht so zusagt, ist der Stil. Das Design ist zwar bzgl. der Umgebung ansehnlich, die Figuren können das nicht für sich verbuchen. Da sind mir manch spätere Werke, die unter Ghibli firmieren, deutlich lieber. Auch ist, wie erwähnt, die Story zwar actionreich angelegt, klappert aber recht bekannte Versatzstücke ab und ist nicht sonderlich spannend. Immerhin versucht man den Figuren, insbesondere dem Hauptcharakter und seinem nahen Umfeld, eine gewisse Gewitzheit an die Hand zu geben.
Hayao Miyazakis Langfilmdebüt als Regisseur ist eine durchaus flotte Angelegenheit geworden. Mit Verve und Witz ausgestattet, ebenso mit manch hübschem Hintergrund, aber auch mit einem für mich nicht überzeugenden Figurenstil und einem nur soliden Erzählkonstrukt. Trotzdem ein nettes Spektakel.