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Eigentlich spielte Actionstar Michael Jai White bisher überwiegend in der zweiten Liga mit, was sich spätestens dann ändern könnte, wenn sein titelgebender Falcon zum Franchise ausgebaut werden sollte. Potential bringt seine Figur auf jeden Fall mit, nur der klassische Aufbau eines Old-School-Actioners fördert auch einige Mankos zutage.

Falcon ist ein ehemaliger Marine, der in Krisengebieten diente und mittlerweile mit einem Trauma behaftet ist. Als seine Schwester, welche in Rio bei einer Hilfsorganisation tätig ist, halb tot aufgefunden wird, ist es für Falcon unumgänglich, die Drahtzieher an Ort und Stelle ausfindig zu machen...

Michael Jai White bringt eine ungeheure physische Präsenz mit und es macht schlichtweg Freude, dem überlegt handelnden Fighter bei seinen Aktionen beizuwohnen.
Bereits die Einstiegsszene in Sachen Action macht deutlich, mit wie viel Coolness an die Sache herangegangen wird, als Falcon im Laden um die Ecke zwei Räuber plättet und sich, wie auch im weiteren Verlauf, die Schwächen seiner Gegner zunutze macht und sie nicht selten mit den eigenen Waffen schlägt.

Die Story kommt indes recht simpel daher und folgt den üblichen Genremustern eines anspruchslosen Genrebeitrages: Held auf dem Rachefeldzug, die Guten ins Töpfchen, die Bösen ins Kröpfchen, dazwischen tummeln sich gute und weniger gute Freunde und am Ende gibt es einen Finalkampf, der gegen drei Fieslinge gleichzeitig bestritten werden muss.
Leider zeigt sich die Gegenseite in Form der Yakuza zu wenig präsent, nur obligatorisch werden kurze Szenen eingebettet, während auch die Missstände in den Favelas zu oberflächlich abgehandelt werden.

Die exotische Kulisse sorgt zwischenzeitlich für Abwechslung, auch wenn Rio nur per Stock Footage zur Geltung kommt und die meisten Szenen in Puerto Rico aufgenommen wurden.
Darstellerisch ist das Niveau nicht allzu hoch, zumal White beileibe nicht zu den besten Mimen unter der Sonne zählt und ein Neal McDonough zu wenig Screentime erhält, um deutlich zu punkten. Was jedoch überzeugt, sind die kurzen knackigen Fights, die mit angenehm ruhiger Kamera eingefangen wurden. Neben blutigen Einschüssen, angedeuteten Brüchen und kleinen Schnittwunden geht es zwar nicht übermäßig brutal zur Sache, doch die Moves sitzen, während Lateef Crowder einmal mehr die Kunst des Capoeira demonstrieren darf.

Wirkliche Spannung kommt ergo zwar nur während der Kämpfe und Schusswechsel auf, doch diese sind über die Laufzeit ordentlich verteilt, so dass innerhalb der rund 100 Minuten keine Durchhänger auszumachen sind. Michael Jai White ist die Heldenrolle wie auf den Leib geschneidert, nur etwas mehr Galgenhumor hätte dem Szenario ab und an gut getan, während das Finale einige Mankos der etwas zu schlichten Story ausbügeln kann.
Für anspruchslose Actionfreunde durchaus eine Sichtung wert, eine Materialschlacht im Bereich des B-Films sollte man allerdings nicht erwarten.
6,5 von 10

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