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Bei bestimmten Storygerüsten gibt es mittlerweile nicht mehr viele Möglichkeiten einer innovativen Auflösung, da diese zu häufig Gegenstand typischer Horrorgeschichten waren: Einander fremde Menschen befinden sich in einem isolierten Raum. Entweder sie metzeln sich gegenseitig nieder oder werden Bestandteil eines perfiden Spiels oder beides: Meistens ahnt man früh, wer der Drahtzieher des Ganzen ist oder es werden einige Twists eingeschoben, was im vorliegenden Fall zumindest noch einige Schwachstellen kaschieren kann.

In einem verlassenen Hospital erwachen nach und nach einander fremde Menschen wie Sam, Jessica, das Mädchen Celia und der aufbrausende Roger. Einige Zeit versuchen die Anwesenden einen Ausgang zu finden, doch es gibt weder Fenster, noch Treppen. Als jemand aus der Gruppe verschwindet und kurz darauf eine Blutspur gefunden wird, kündet sich weiteres Unheil an...

Der erweiterte Titel deutet eine Richtung an, welche bereits nach wenigen Minuten etabliert scheint: Die Figuren erwachen fast alle ohne Erinnerung an Vorangegangenes, doch offenbar befand sich jeder außerhalb seiner Wohnung, während sich nach und nach herauskristallisiert, dass manche offenbar ein paar Leichen im Keller haben. Innerhalb dieser Konstellation gehen Sam, Jess und Celia als Sympathietrio durch, alle übrigen Figuren sind zwar bunt besetzt, doch ein Mitfiebern will sich bei denen nicht einstellen.

Etwas zuviel Zeit wird allerdings damit verbracht, einen Ausgang zu suchen, was dem Kollektiv eigentlich viel früher bewusst werden müsste, da nirgends Tageslicht zu erspähen, noch die Höhe der "Etage" festzustellen ist. Darüber hinaus überrascht und ärgert das irrationale Verhalten einiger Individuen, da man einerseits nicht die Gruppe verlassen sollte und andererseits nicht gerade dorthin geht, wo kurz zuvor noch ein unheimliches Knurren zu vernehmen war.

Mit den Schock - und Schreckmomenten hält sich die Geschichte jedoch merklich zurück, auch wenn sich im Verlauf noch einige Monster hinzugesellen und ein ominöser Mann im Anzug ein paar Abläufe beeinflusst. Eine Ausweidung wird lediglich angedeutet, ansonsten ist eine zerfetzte Leiche zu sehen und es landet ein Kreuz im Auge, doch in Sachen Gewalt ist nicht viel mehr auszumachen, während ein paar kurze Flashbacks zumindest für Abwechslung sorgen und Weglaufen und Verstecken in engen, teils uneinsehbaren Räumlichkeiten durchaus eine Handvoll ansprechender Momente zutage fördert.

Trotz zweier finaler Wendungen reißt das Gesamtbild jedoch nicht vom Hocker, da es zu wenige spannende Momente gibt, sich das Mitfiebern in Grenzen hält und die Schlichtheit der Charaktere nicht unbedingt zu den Stärken der Erzählung zählt. Der Schauplatz ist demgegenüber treffend gewählt und ausgestattet, darstellerisch ist nichts anzukreiden und auch handwerklich wird einfache, aber passable Kost geboten.
Dem nie gänzlich langweiligen Treiben fehlen schlicht mehr Action und Schauermomente, ansonsten bleibt nicht viel Raum zum Rätseln.
Okay für eine Sichtung, jedoch nichts, was längere Zeit haften bleibt.
5,5 von 10

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