Es sollte offenbar das französische Pendant zur Erfolgsreihe um „Harry Potter“ werden, denn selbst der Schriftzug auf dem Cover deutet unübersehbar darauf hin.
Ein wenig Komödie, etwas Fantasy-Abenteuer und ein bisschen Coming-of-Age-Drama sind die Zutaten für einen Streifen, der es schwer haben dürfte, eine Zielgruppe entsprechenden Alters zu finden.
Theo ist ein Außenseiter an seiner Schule, der über Umwege an ein magisches Buch gerät und darin ein interessantes Ritual findet. Mithilfe seines Kumpels Bonav und der launischen Laura gelingt dieses und Theo erhält einen Ring, der den Träger mittels einer Umdrehung am Finger unsichtbar macht. Doch die drei haben die Rechnung ohne die hexenhaften Boucher-Schwestern gemacht…
Theo und sein Umfeld werden innerhalb von fünf Minuten sehr gut auf den Punkt gebracht. Man erfährt etwas über sein Trauma der Wasserphobie und warum sich er und Bonay selber als Loser betrachten. Der Einstieg weckt Lust auf ein buntes Abenteuer, doch diesem geht bereits im Mittelteil deutlich die Puste aus.
Das liegt unter anderem an den oberflächlichen Figurenzeichnungen und der Tatsache, dass das Heldentrio nicht wirklich gut miteinander harmoniert. Immer wieder versucht Bonav die deutlich ältere Laura für sich zu interessieren, während Theo die meiste Zeit unsichtbar bleibt.
Das wirkt stereotyp, es mangelt an Tiefe, von emotionalen Einschüben ganz zu schweigen.
Hinzu kommt, dass der titelgebende Alchemist erst sehr spät in die Handlung integriert wird und dessen Funktion allenfalls unterstützend, jedoch zu keiner Zeit entscheidend ist.
Ebenfalls problematisch ist die Zuordnung der Zielgruppe, denn die Jüngeren werden mit Fäkal-Schimpfwörtern konfrontiert und mal direkt nachhaken, wer oder was denn eine Prostituierte ist. Eher durch Zufall wird ein Hund erschossen und die drei bösen Weibsbilder, von denen zwei relativ widerlich aussehen, könnten sensiblen Kindern schlaflose Nächte bereiten. Demgegenüber fällt der Humor überwiegend albern aus und der Verlauf der Geschichte, einschließlich Traumabewältigung ist komplett erahnbar, was wiederum die etwas reiferen Zuschauer langweilen dürfte.
Immerhin können sich die wenigen Effekte sehen lassen, darstellerisch ist nicht viel anzukreiden und die Kamera ist um variable Blickwinkel bemüht.
Leider bleibt die Geschichte relativ austauschbar, spannende Momente halten sich in Grenzen und auch in Sachen Action ist nicht viel los.
Letztlich unterhält er okay, eine überraschende Pointe oder gar eine bemerkenswerte Botschaft sind nicht auszumachen, weshalb eine Empfehlung nicht in Betracht kommt, schon gar nicht hinsichtlich einer FSK6…
4,5 von 10