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Ein Giftmüllskandal, eine politische Verschwörung und investigative Journalisten inmitten einer risikoreichen Recherche, - eigentlich genug Material für einen brisanten Thriller, doch Autor und Regisseur Christoph Hochhäusler interessiert sich einen Dreck für dramaturgisch ausgereifte Prozesse, sondern dreht sich mit seiner überambitionierten Herangehensweise mehr oder minder im Kreis.

Journalist Fabian und Volontärin Nadja ermitteln für ihr politisches Magazin in Berlin im Bereich der Invaliden-Politik der Bundeswehr, bis sie eher beiläufig auf einen bizarren Suizid aufmerksam werden und einen Zusammenhang beider Bereiche herstellen. Doch damit rufen sie den Zorn einiger Lobbyisten auf den Plan...

Kühl und distanziert ist nicht nur der Einstieg in Form des Alltags von Fabian vor Arbeitsantritt, denn man wird im Verlauf mit keiner Figur auch nur ein bisschen warm.
Nadja präsentiert sich schlicht zu naiv, Fabian zu unnahbar, die übrigen Figuren bleiben Klischeegestalten zwischen Schwarz und Weiß im Großstadtdschungel von Berlin, in dem zumindest Fabians alter Porsche ein wenig auffällt.

Der Fall selbst gerät zu keiner Zeit spannend, da viele Recherchen, verdeckte Übergaben, geheime Gespräche und scheinbar spontane Treffen im Vordergrund stehen. Da flachsen Politiker im Edelrestaurant, bevor das eigentliche Thema zur Sprache kommt, Interviews werden geübt und in den Sand gesetzt und zudem gesellt sich völlig unnötiges Füllmaterial.
Ob Fabian nun Diabetes hat, sich eine Affäre mit Nadja erträumt oder Spielschulden hat, - für den eigentlichen Verlauf ist all das komplett ohne Belang.

Derweil spielt die Kamera oftmals sehr oberflächlich mit einigen ungewöhnlichen Perspektiven, der Score dramatisiert wo es überhaupt nichts zu dramatisieren gibt und auch die Mimen performen nahezu durch die Bank auf Sparflamme und gebärden sich so unmotiviert, wie der gesamte Stoff vorgetragen wird.

Dabei flammt nur allzu selten so etwas wie Spannung auf, etwa, als ein Treffen zu platzen droht oder brisante Aufnahmen zu wenig Background für eine Veröffentlichung aufweisen.
Themen wie Verschwörung, Manipulation von Medien und politische Intrigen verkommen zu lahm dargebotenen Einzelbausteinen ohne Nährwert und bezeichnenderweise vermag der finale Twist rein gar nicht zu überraschen, denn an so etwas wie Suspense ist zu diesem Zeitpunkt schon längst nicht mehr zu denken.

Worum ging es in dem Streifen noch? Ist bereits nach einer Stunde vergessen, - so sehr prallt der Stoff an einem ab...
3,5 von 10

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