Review

Wer sich umdreht oder lacht, kriegt den Buckel vollgemacht...

Dieser "Grusler" wirbt damit, dass Fans Unterschriften dafür gesammelt hätten, dass "Die Präsenz" auch in ihrer Nähe läuft. Da frage ich mich doch: in welcher Parallelwelt leben diese Fans? Oder besser gesagt: die Macher? Oder waren das die Familie & Freunde der Crew? Oder nur hohles Marketing-Blabla? Denn von so einer Aktion haben selbst die härtesten Horrorfans hierzulande nie etwas gehört. Außerdem darf bezweifelt werden, ob der Film (selbst unter Angehörigen der Beteiligten) überhaupt Fans hat. Denn "Die Präsenz" ist nicht nur ein unkreativer, billiger Blair Witch-Abklatsch, er ist sogar mit Genrebonus lächerlich schwach. Ganz nahe an einer unguckbaren Katastrophe & das Gegenteil von schaurig. Oft genug sogar unfreiwillig komisch, hatte ich echt eine harte Zeit ihn bis zum Ende zu bringen. Und das bei einer Laufzeit von gerade mal 80 Minuten. Um dann mit dem generischsten Ende ever abgespeist zu werden. Aber immerhin war es endlich geschafft... 

"Die Präsenz" ist ein Paradebeispiel, warum Genre- & Horrorfilme in Deutschland so einen miesen Ruf haben. Auf Netflix gibt es eine Menge Bullshit zu streamen - doch "Die Präsenz" gehört selbst dort mit zum Schlechtesten. Eine unsinnige Zeitverschwendung, die man sich echt nicht antun sollte. Selbst als hartgesottenster Fan des Genres oder von Wackelkamera-Filmen. Es sei denn man hat mal wieder Bock auf Masochismus mit einem richtig schlechten Film. Vielleicht um gute Filme besser zu schätzen. Bitte keine Filmkopien ins Ausland geben - damit der deutsche Horrorfilm immerhin etwas Würde behält...

Diese unfreiwillig komische & zum Kopfschütteln miserable Gurke, erzählt von drei Studenten, die auf die (erfundene) Burg Honau fahren, wo es selbstverständlich spuken soll. Natürlich im besten Found Footage-Stil & im Nachhinein von der Polizei gefunden. Anfangs musste ich kurz lachen, als die drei unsympathischen Studis hier um die Ecke in Hürth vorbeifahren & dann auf einmal in einer Burg bei Stuttgart (?) sein sollen. Doch durch solche kleinen Fehler oder Kleinigkeiten zweifelt keiner sofort, der weiß, wie schwer es ist, selbst einen Film zu drehen. Doch da wusste ich auch noch nicht, was für ein filmisches Grauen, im falschesten Sinne des Genres oder Wortes, folgen sollte...

Mit erschreckend schlechten Schauspielern oder der billig kopierten, gemischten Found Footage-Tüte hätte ich noch leben können. Doch wenn der Film dann mit ein paar der billigsten Jump Scares in der Geschichte auffährt, von springenden Kassetten bis zu einfach nur lauten Schreien, dann ist das gelinde gesagt eine Frechheit. Eine Qual selbst für wenig anspruchsvolle Gelegenheitsgucker, die eigentlich nur ein Mindestmass an Grusel, Stimmung & Schock bekommen wollten. Danach sucht man hier jedoch vergebens, wird mit Redundanz, Dummheit & einer uninspirierten Kopie von Hits abgespeist. Jeder sollte in den Wald gehen, mit der Handkamera & seinen Freunden einen eigenen "Gruselfilm" drehen - ihr werdet unendlich mehr Spaß haben als mit diesem Migränebrei. Selbst für einen totalen Filmanfänger oder Filmstudenten, ist das hier in Armutszeugnis-Nähe.

Fazit: das hätten meine Freunde & ich auch nicht viel schlechter hinbekommen. Dilettantisch, eine Ewigkeit zu spät dran, einfallslos & einfach nur unnötig im Endeffekt. Kein "The Haunting", kein "Blair Witch Project", kein "Paranormal Activity". Nur ein blasser Abklatsch ala Asylum - oder auf deutsch: Irrenanstalt. Da ist "Burg Schreckenstein" noch gruseliger...

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