Die nächste Chow-Yun-Fat-Paarung mit einem US-Star ließ einiges hoffen. Allerdings gings auch nicht noch niveauärmer als mit "The Replacement Killers". Doch hier ist kommt er akzeptabel zum Einsatz, wenn es um die Macht in Chinatown geht.
Hier spielt er den erfahrenen Bullen im von den Triaden kontrollierten Viertel, der mit Marky Mark Wahlberg einen Ami-Bullen und Halb-Frischling vor die Nase gesetzt bekommt.
"The Corruptor" beginnt wie in allerbesten Ballerzeiten mit Schießereien und Explosionen galore, um dann mehr in den Bereich des Polizeithrillers abzurutschen. Dabei wird es zunehmend unübersichtlicher, wer hier gegen wen spielt. Das ist erfreulich, denn so bekommt man in regelmäßigen Abständen immer neue Plot-Twists präsentiert, die dem Geschehen ständig eine neue Richtung geben. Chow ist einerseits gefeierter Beamter, arbeitet aber sonst halb-illegal, da er sich mit den Triadenbossen geeinigt hat und seine Einsätze mit ihnen abstimmt. Wahlberg scheint erst Rookie zu sein, dann erfahrener Bulle, gerät dann in Triadenverhältnisse und gehört plötzlich zu den "Internal Affairs". Das FBI mischt auch noch reichlich mit, indem es Chow kassieren möchte und die Triaden sind unter sich genug zerstritten, um sich gegenseitig zu ermorden.
Ständig werden die Karten neu gemischt und das führt den Film von blosser Action (von der es später weniger, aber regelmäßig was zu sehen gibt) weg, hin zu einem harten Polizeifilm mit hervorragendem Skript. Allerdings erfordern die ständigen Sprünge reichlich Aufmerksamkeit, sonst verliert man schnell den Faden.
Leider ist Chow mit der komplexen Polizeirolle manchmal etwas überfordert, wirkt aber dennoch überzeugender als sein manchmal angewandtes Stone Face. Seine fröhlichen Einlagen sind für US-Gewöhnte auch etwas ungewöhnlich. Wahlberg ist noch recht käsig um die Nase, gewinnt aber langsam aber sicher Profil. Trotzdem ist die Schauspielerwahl die größte Schwäche, denn zwei prägnantere Gesichter hätten den Film noch größer machen können.
Leider kann der Film sich zu keiner innovativen Lösung aufraffen, verzichtet auf Happy End und entscheidet sich auch nicht für die zeitgemäße Zynik, sondern überläßt das Handeln seinen Figuren, individuelle Entscheidungen ohne richtige Botschaft.
Ganz hervorragend neben so manchen Gefecht auch Schnitt und Kameraführung, die mal einen ungewohnten Blick auf US-Metropolen geben. Und knallbunt ist das alles noch dazu.
Mehr als akzeptabel (6,5/10).