Ein nächtlicher Strand. Eine langhaarige Person sitzt auf einem Stuhl und klimpert auf einer Gitarre, während rechts die Credits rollen. Von oben nähert sich eine bleiche Frau und die langhaarige Person entpuppt sich als Kerl, welcher sich von der leicht bekleideten Dame angezogen fühlt, - nicht schlecht für die ersten zwei Minuten. Doch was das kanadische Regieduo Klappstein/Richman nachfolgend abliefert, kann diesbezüglich schon nicht mehr mithalten.
Jeremy, der Typ aus dem Intro, befindet sich vor den übrigen Freunden in der einsam gelegenen Waldhütte am See. Ein Wochenende mit Alkohol und Sex steht an, doch Jeremy scheint entgegen seines sonstigen Verhaltens in sich gekehrt. Als sich jemand beim Baden am Bein verletzt und die Truppe Hilfe holen will, nimmt das Schicksal seinen Lauf...
Ein wenig "Body Snatchers" und die übliche Dramaturgie eines Slashers gehen mit einem endlos langen Vorlauf einher, denn weder in der Hütte, noch am See ereignet sich etwas Erwähnenswertes. Es sei denn, der Versuch von Aufheiterungen durch Officer Brigg, welcher lüstern nach Damen Ausschau hält und stets vor Bären warnt, wird irgendwie als lustig empfunden. Die uninteressanten Klischeefiguren unterhalten sich zwar mal am Steg über den Sinn des Lebens, aber den Sinn von Spannung haben die Macher offenbar nicht erkannt.
Erst als sich Tentakeln in oralen Gefilden breit machen und auch mal grüne Galle erbrochen wird, kommt so langsam ein wenig Tempo auf. Die Infizierungen greifen um sich, Leute sprechen mit tiefen Stimmen oder Individuen gehen wortlos ins Wasser, was in Ansätzen sogar stimmungsvoll rüberkommt. Wirkliche Erklärungen werden allerdings nicht geliefert und so bietet selbst der Showdown trotz minimalen Blutvergießens kaum Suspense.
Dabei ist das amateurhafte Niveau latent unübersehbar: Die miesen Darsteller überzeugen allenfalls während der Feierlichkeiten (wobei sie sich wahrscheinlich auch nur selbst gespielt haben), fast alle Gewalttaten spielen sich im Off ab (womit eine FSK16 fast schon übertrieben scheint), nur die Kamera überzeugt ab und an mit einigermaßen variablen Perspektiven.
Ansonsten tun sich nicht selten Längen auf, was in Anbetracht einer Laufzeit von 68 Minuten (ohne die sieben Minuten Abspann) bereits Bände spricht.
Fünf Jahre hat der kanadische Streifen benötigt, um einen deutschen Vertrieb zu finden, welcher immerhin ein ansprechendes Cover fabrizieren konnte. Das Werk selbst liefert hingegen langweilige Abläufe, übel choreographierte Konfrontationen und billige Tricks. Kurze Bikiniansichten einiger Darstellerinnen können sich sehen lassen, doch dafür lohnt sich die Sichtung wahrlich nicht.
2,5 von 10