Nach "Wächter der Nacht" wollten die Russen schleunigst nachlegen und schmissen "Dark World - Das Tal der Hexenkönigin" auf den Markt, welcher beim breiten Publikum jedoch nur mittelmäßig ankam. Einen weitereren Versuch stellt diese indirekte Fortsetzung dar, die mit dem Vorgänger jedoch nicht mehr viel gemein hat, außer der unfokussierten und überambitionierten Mixtur.
Dascha ist eigentlich eine durchschnittliche Studentin, doch seit einer Nahtoderfahrung in ihrer Kindheit trägt sie ein Amulett bei sich, mit dem sie bei bestimmten Menschen eine düstere Aura erkennen kann. Als Dascha von zwei Studenten aus einer prekären Situation gerettet wird, erkennt sie ihre eigentliche Funktion: Sie ist die Auserwählte, um mit den Wächtern des Portals gegen das Böse zu kämpfen. Und die so genannten Schatten sind bereits unter ihnen, um sich von der Lebensenergie der Menschen zu ernähren...
Fortsetzungen benötigen fast immer die Sichtung des Vorgängers, - in diesem Fall klappt es auch ohne, vorausgesetzt, man interessiert sich für ein breites Filmspektrum, welches im günstigsten Fall von Fantasy, Mystery und Action bis hin zur Romanze reichen sollte.
"Twilight" scheint immer noch allgegenwärtig, denn nicht nur das Cover erinnert an die Verfilmungen, zumal ein Großteil der Handlung auf dem Campus spielt und die Hauptfiguren im entsprechenden Alter sind.
Rein optisch kann sich das Gesamtpaket sehen lassen, da diverse CGI wie Energieblitze und leuchtende Visionen ordentlich umgesetzt sind und auch kurze Kampfeinlagen weisen, trotz des zuweilen etwas hektischen Schnittes eine passable Choreographie auf.
Storytechnisch ist indes die volle Aufmerksamkeit gefordert, denn hier ist alles dermaßen überfrachtet, dass es im Grunde für zwei oder drei Filme gelangt hätte.
Gut gegen Böse liefert zwar im Kern das altbekannte Spiel, doch es mehren sich Situationen, die man schlichtweg so hinnehmen muss. Da gibt es die Guten, die per Geruchssinn oder hellseherischer Fähigkeit die Schatten erkennen, welche wiederum telepathische Begabungen mitbringen und, wie eigentlich beide Parteien, mit Energieblitzen um sich werfen.
Darüber hinaus können einfach mal eben Portale geöffnet werden, wonach Menschen durch Mauern wandern, während sich das neue Mitglied Dascha einem Schnellkurs unterziehen muss. Ein Love Interest ist ebenfalls notwendig und schon ist das Kuddelmuddel perfekt, einschließlich dunkler Wolken über Moskau.
Darstellerisch ist wenig anzukreiden und kleine Humoreinschübe zünden sogar zuweilen, jedoch versucht die Geschichte zuviel unter einen Hut zu stopfen, was gegen Ende gar ins Groteske abdriftet und zudem reichlich kitschig anmutet.
Ein brauchbarer Unterhaltungswert ist letztlich nicht abzusprechen, - im vorliegenden Fall hätte den dunklen Mächten allerdings etwas mehr Zeit und Raum gut getan, um sich auch für den Zuschauer vollends entfalten zu können.
5 von 10