Bis dato hatte Hauptdarsteller Clint Eastwood schon dreizehn Filmauftritte hinter sich, doch erst 1964 mit "Für eine Handvoll Dollar" gelang im der Durchbruch. Regisseur Sergio Leone machte schon drei Jahre zuvor mit dem Film "Der Koloss von Rhodos" auf sich aufmerksam, gleichzeitig seine erste Regiearbeit. Hier inszeniert er eine Art Remake des 1961 enstandenen "Yojimbo". Der Film wurde ein riesen Erfolg und es folgten mit "Für ein paar Dollar mehr" und "Zwei glorreiche Halunken" zwei Sequels. Man bezeichnet diesen Film immer gerne als "Den Western der Western", er ist heute ein Kultobjekt, ganz besonders da uns nun die völlig restaurierte Originalfassung auf DVD zur Verfügung steht. Darf in keiner Sammlung fehlen.
In einem sehr abgelegenen mexikanischen Wüstenkaff herrschen zwei rivalisierende Banden. Einmal die Rojos, welche im Waffengeschäft sind und zweitens die Baxters, welche den Alkohol übernehmen. Der wortkarge Joe (Clint Eastwood) riecht hier die große Kohle und beginnt beide Banden gegeneinander auszuspielen. Geschickt arbeitet er für beide Parteien, verdient eine Menge Geld und errettet gleichzeitig noch die hübsche Marisol (Marianne Koch) samt ihrem Kind, aus den Klauen des Meisterschützen Ramon Rojo (Gian Maria Volonte). Leider kommt Ramon nun endlich hinter Joe´s wahres Vorhaben.
Wirklich gekonnt bedient man sich hier beim japanischen Original. Der Samurai wird ausgetauscht durch den wortkargen und raubeinigen Cowboy Joe, perfekt verkörpert von Clint Eastwood. Damals wurden auf darstellerische Hochleistungen noch nicht so viel Wert gelegt. Die Dialoge waren oft einfacher Natur, doch Clint Eastwood erschuf mit seiner brillanten Verkörperung eine Idol des Spaghettiwestern. Oft kopiert, jedoch nie ereicht. Mit einer halben Zigarre im Mundwinkel und einem lockeren Colt im Gürtel. Joe zieht schneller als jeder Andere und ballert auf einmal vier Leute über den Haufen. Erfolg hatte auch Gian Maria Volonte, welcher nicht nur in der Fortsetzung, sondern auch in ettlichen anderen Western in die Fieslingsrolle schlüpfen durfte. Marianne Koch verkörpert Marisol, sie hatte auch eine Hauptrolle in der deutschen Comedyserie "Loriot". Die Charaktere sind hier allerdings alle sehr einfach gezeichnet.
Sehr beachtlich für damals die Kompromisslosigkeit. Man schießt auf Kinder, verprügelt Unschuldige, Ramon mäht eine ganze Armee nieder und auch mit den Gegnern verfährt man gnadenlos, auch wehrlose Frauen werden einfach erschossen. Dementsprechend hoch ist auch der Bodycount, wobei man sich hier noch nicht die Mühe gemacht hat um graphische Einschüsse darzustellen. Die Opfer schreien lauthals und fallen spektakulär zu Boden. Joe darf sich auch mal einer Machete bedienen, um einen Gegner ausser Gefecht zu setzen. Selbst lebende Fackeln hält uns Leone nicht vor. Niemand zuvor stellte den Western so brutal und gnadenlos da, wie Sergio Leone. Leider fehlt mir hier eine obligatorische Prügelei, wäre eine kleine Abwechslung zu den bleihaltigen Schusswechseln gewesen. Ort des Geschehens ist ein staubiges Wüstennest, in den Weiten Mexikos. Nur wenige Gebäude, alle im typischen Westernstil gehalten. Staubig, dreckig, meist ungemütlich. Ein kleiner Saloon darf auch nicht fehlen. Der ganze Western wird brillant von Ennio Morricone´s Score untermalt, welcher mit diesen Melodien und Sounds viele Komponisten inspirierte und eine ganze Ära prägte.
Der Geburtsfilm von Clint Eastwood und des italienischen Western. Den muss man mal gesehen haben, obwohl es Besseres auf diesem Sektor gibt.